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Naturtrips mit Kind: So wird der Tag draußen entspannt, sicher und ohne Dauerstress

Ein Naturtrip mit Kindern kann ein Abenteuer und ein Erholungstag zugleich sein, wenn der Rahmen stimmt. Es sind ja in der Regel eher nicht die großen Dinge, die den Tag kippen lassen, sondern kleine Reibungen. Hunger, die falsche Kleidung, keine Pausen. Mit ein paar einfachen Routinen bleibt mehr Platz für Entdecken, Spielen und das Gefühl, richtig draußen zu sein.

Planung, die Freiraum lässt

Für einen entspannten Tag ist es klüger, die Route als Freiraum zu betrachten. Ein Ziel reicht, ein Bächlein, ein Aussichtspunkt, ein Naturspielplatz. Dazu eine grobe Zeitvorstellung, wann gegessen wird und wann eine Pause sicher gut tut. Gut ist es, wenn man mit den Kindern einen Treffpunkt verabredet, bevor man losgeht: einen Tannenbaum, ein Eingangsschild, eine Bank. Diese „Ankerstelle“ gibt Orientierung, ohne den Ausflug gleich einzuschränken.

Packliste light

Kleidung macht oft den Unterschied in der Stimmung. Am besten bewährt sich das Schichtenprinzip. Atmungsaktives Oberteil, wärmende Lage, Regen- oder Windschutzschicht, je nach Wetter. Feste Schuhe, die auch Matsch aushalten, und Ersatzsocken, denn gerade bei kleinen Kindern sind trockene Füße der Stimmungsanker.
Beim Essen gilt: weniger Vielfalt, mehr Verlässlichkeit. Wasser, Snack für zwischendurch, was Sättigendes für die Pause. Kleines Sitzkissen oder leichte Decke machen jede Pause auch ohne Picknicktisch gemütlicher. Sonnencreme und Kopfbedeckung gehören im Sommer ebenso dazu wie Insektenschutz.

Kinder Outdoor Abenteuer Spielplatz Luhegrund. foto (c) kinderoutdoor.de

Wenn man sich mal kurz aus dem Blick verliert

Oft ist ein Kind trotz guter Aufsicht auch mal kurz nicht im Blick. In solchen Fällen hilft ein ruhiger, geregelter Ablauf mehr als hektisches Suchen. Ein vereinbarter Treffpunkt und ein kurzer Plan, wer wo und wonach sucht, vermindern den Stress.
Praktisch sind auch Kontaktlösungen, die im Alltag klappen. Manche Familien stecken eine Karte mit Telefonnummer in die Jacke. Andere benutzen ein personalisiertes SOS-Armband, auf dem Name und Telefonnummer eingraviert sind. Das kann auf Ausflügen, im Freizeitpark oder am Strand nützlich sein, weil Helfer die Kontaktdaten direkt sehen, ohne dass ein Handy entsperrt werden muss. Wer so etwas nutzt, misst das Handgelenk am besten mit Maßband aus und gibt etwas Spielraum dazu, damit es bequem sitzt und nicht rutscht.

Karte und Kompass: Kinderleicht ist es sich zu orientieren.

foto (c) kinderoutdoor.de

Orientierung spielerisch trainieren

Orientierung lernen Kinder bestens durch kleine Aufgaben. „Wer findet den nächsten Wegweiser“ oder „Wir merken uns drei Dinge am Weg zurück“ funktioniert oft besser als „Wo ist denn jetzt der Weg?“ Ein einfacher Trick ist das Wiedererkennen. Ein auffälliger Rucksackanhänger oder eine farbige Kappe oder irgendein Kleidungsstück in einer speziellen Farbe hilft im Gedränge und gibt dem Kind selbst das Gefühl: Ich werde wiedergefunden.
Auch Worte helfen. Ein Satz wie „Wenn du uns nicht siehst, bleibst du stehen“ lässt sich vor dem Ausflug einmal trainieren, dann wirkt er nicht dramatisch. Wer in fremden Städten oder im Urlaub ist, kann sich die Telefonnummer mit Ländervorwahl denken, damit sie uns auch im Zweifel verständlich ist.
Ein guter Naturausflug braucht keinen engen Plan. Er braucht nur ein paar stabile Eckpfeiler. Treffpunkte, eine realistische Packliste, Pausen, auch ein klarer Umgang mit kleinen Unsicherheiten. Wer diese Dinge einmal festlegt, merkt schnell, wie draußen mehr Leichtigkeit entsteht. Und darum geht es. Zeit verbringen, ohne daß der Ausflug zur logistischen Aufgabe wird.

Kinder Outdoor Wissen Orientieren in der Natur foto (c) kinderoutdoor.de