Der Klimawandel trifft Inselstaaten wie Fiji besonders stark. Steigende Meeresspiegel, Extremwetter und Veränderungen der Ökosysteme stellen die Bevölkerung vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig entstehen gerade hier beeindruckende Beispiele dafür, wie nachhaltiger Tourismus funktionieren kann – und wie Reisende aktiv Teil der Lösung werden.
1. Talanoa Treks: Wandern, das Menschen verbindet
Viele kennen Fiji wegen seiner Strände. Doch das Hochland überrascht mit grünen Hügeln, Wäldern und Flusstälern. Genau hier setzt Talanoa Treks an. Die Touren werden gemeinsam mit den Dörfern geplant. Dadurch fließen Einnahmen direkt in lokale Projekte.
„Talanoa bedeutet erzählen, zuhören und sich austauschen“, erklärt Mitgründerin Marita Manley. Und genau das passiert auf jeder Wanderung. Gäste teilen Mahlzeiten, trinken Kava und erleben das Dorfleben aus nächster Nähe. Dadurch entsteht ein Tourismus, der Einkommen schafft und gleichzeitig kulturelles Wissen bewahrt.

2. Nachhaltiges Tauchen: Haie schützen statt fürchten
Fijis Unterwasserwelt ist einzigartig. Gleichzeitig ist sie bedroht. Der Tauchpionier Brandon Paige zeigt seit 1999, wie nachhaltiger Tauchtourismus funktionieren kann. Seine Tauchgänge ermöglichen Begegnungen mit bis zu acht Haiarten. Außerdem sensibilisieren sie Besucher für die Bedeutung dieser Tiere.
Paiges Konzept wurde international ausgezeichnet. Dadurch fließen Einnahmen in Schutzprogramme, die die Meere langfristig sichern. So wird Tauchen zu einem echten Beitrag für den Ozeanschutz.
3. Nukubati Great Sea Reef Resort: Solarstrom, Zero‑Waste und Frauenpower
Das Nukubati Great Sea Reef Resort gilt als Vorreiter für nachhaltigen Luxus. Unter der Leitung von Lara Meliki Vokai setzt das Resort auf Solarenergie, Regenwassernutzung und biologische Kreislaufsysteme. Außerdem arbeitet es eng mit den umliegenden Dörfern zusammen.
„Meine Mutter baute dieses Resort vor 35 Jahren. Ihr Mut inspiriert mich, Nachhaltigkeit und Female Empowerment weiterzuführen“, sagt Vokai. Dadurch entsteht ein Modell, das zeigt: Luxus und Umweltschutz können sich ergänzen.
4. Corals for Conservation: Superkorallen als Hoffnungsträger
Korallenriffe gehören zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen. Doch in Fiji entsteht Pionierarbeit. Die NGO Corals for Conservation züchtet wärmeresistente „Superkorallen“. Diese Korallen halten steigenden Temperaturen besser stand.
Gemeinsam mit Dörfern und Hotels werden geschützte Zonen eingerichtet. Außerdem werden Korallen aufgeforstet und neue Berufe geschaffen. Prominente wie Chris Hemsworth und Matt Damon unterstützen das Projekt. Dadurch wächst die Aufmerksamkeit für den Meeresschutz weltweit.
5. Loloma Hour: Eine Stunde für Natur und Gemeinschaft
Mit der „Loloma Hour“ setzt Fiji ein starkes Zeichen. Gäste werden eingeladen, eine Stunde ihres Aufenthalts für Natur‑ oder Gemeinschaftsprojekte zu spenden. Dazu gehören Mangrovenpflanzungen, Beach Cleanups oder Korallenpflege.
Schon nach einem Jahr wurden 12.354 Loloma Hours geleistet. Das ist mehr als doppelt so viel wie geplant. „Glück entsteht, wenn man teilt“, sagt Conny Schütz von Tourism Fiji. Dadurch wird nachhaltiges Reisen greifbar und erlebbar.
Ein Land, das Mut macht
Fiji zeigt, wie nachhaltiger Tourismus aussehen kann. Die Inseln verbinden Natur, Gemeinschaft und Verantwortung. Außerdem beweisen sie, dass Reisende Teil der Lösung sein können.
Ein weiteres Beispiel ist die Initiative Pacific Islands Students Fighting Climate Change (PISFCC). Sie erreichte vor dem Internationalen Gerichtshof, dass eine saubere Umwelt als Menschenrecht anerkannt wurde. Dadurch wird deutlich, wie stark das Engagement der Menschen in Fiji ist.
Wer nach Fiji reist, erlebt nicht nur Naturparadiese. Gleichzeitig wird man Teil einer Bewegung, die Hoffnung schafft und zeigt, wie nachhaltiges Reisen Zukunft gestalten kann.

