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Frühjahrstouren: Vier wichtige Tipps für den Saisonstart

Mit den ersten warmen Tagen beginnt die Wandersaison. Doch gerade im Frühjahr lauern besondere Risiken wie Altschnee, vereiste Wege oder wechselhaftes Wetter. Diese vier Tipps von Bergzeit und Bergwanderführer Willy Kravanja helfen dabei, Touren sicher zu planen und die richtige Ausrüstung mitzunehmen.

Vier Tipps für sichere Frühjahrstouren in den Bergen

Wenn der Schnee schmilzt und die ersten Blumen erscheinen, zieht es viele Wandernde wieder in die Berge. Die Natur erwacht, die Wege werden frei und die Lust auf Bewegung steigt. Dennoch bringt das Frühjahr besondere Herausforderungen mit sich. Bergzeit‑Produktspezialist und zertifizierter Bergwanderführer Willy Kravanja erklärt, worauf es bei den ersten Touren des Jahres ankommt und welche Ausrüstung jetzt besonders wichtig ist.

Frühjahrstouren: Vier wichtige Tipps für den Saisonstart. Bei der Wanderung ist die Brücke zur Burg Alttrauchberg erreicht. foto (c) kinderoutdoor.de

1. Altschneereste und tageszeitliche Erwärmung beachten

Auch wenn viele Wege im Mittelgebirge und in den bayerischen Voralpen bereits gut begehbar sind, liegen in nordseitigen Karen oft noch große Altschneefelder – teilweise bis Ende Mai oder sogar Juni. Diese Schneereste können gefährlich werden, weil:

  • die Oberfläche beim Queren rutschig ist
  • die Schneedecke durch Erwärmung instabil wird
  • Nass‑ und Gleitschneelawinen entstehen können

Willy Kravanja empfiehlt deshalb, Touren bewusst nach Ausrichtung zu wählen. Südseitige Anstiege sind meist früher schneefrei und sicherer. Stark durchfeuchtete Schneefelder sollten gemieden werden. Im Zweifel gilt: Umkehren ist die beste Entscheidung.

Frühjahrstouren: Vier wichtige Tipps für den Saisonstart. Outdoor Equipment im Test: Wie gut ist der Kahtoola Renagaiter? foto (c) Kinderoutdoor.de

2. Vereiste Passagen: Grödel oder Spikes einpacken

Vor allem am Morgen oder in schattigen Waldstücken können Wege über mehrere Meter vereist sein. Besonders dort, wo im Sommer kleine Bäche verlaufen, bildet sich schnell eine glatte Eisfläche. Ein Sturz kann schwere Verletzungen verursachen.

Neben einem gut ausgestatteten Erste‑Hilfe‑Set gehören im Frühjahr Grödel oder Spikes in jeden Rucksack. Sie bieten zusätzlichen Halt und entschärfen kritische Stellen zuverlässig.

3. Das richtige Schuhwerk für wechselhafte Bedingungen

Im Frühjahr müssen Wanderschuhe besonders viel leisten. Die Sohle sollte:

  • ein tiefes, griffiges Profil besitzen
  • aus hochwertigem Gummi bestehen
  • auch auf nassen Wurzeln und Felsen guten Halt bieten

Willy Kravanja warnt vor alten Schuhen: „Nach etwa fünf Jahren härtet jede Gummisohle aus und verliert Grip.“ Deshalb lohnt es sich, in hochwertige Modelle zu investieren.

Für Frühjahrstouren eignen sich Mid‑Cut‑Wanderschuhe mit wasserdichter Membran, zum Beispiel:

  • adidas Terrex Anylander Mid R.RDY
  • Mammut Nova IV MID GTX

Der höhere Schaft verhindert, dass Schneereste in den Schuh gelangen, und hält die Füße auch bei Matsch trocken.

4. Hardshelljacke, Stirnlampe & Notfallausrüstung nicht vergessen

Frühjahrstouren können sich durch rutschige Passagen oder Altschnee schnell verlängern. Deshalb gehört eine Stirnlampe immer in den Rucksack. Leichte Modelle wie die Petzl Bindi reichen völlig aus.

Zusätzlich sollten folgende Ausrüstungsstücke immer dabei sein:

  • wind‑ und wasserdichte Hardshelljacke
  • leichte Isolationsjacke
  • Biwaksack oder Rettungsdecke
  • Kopfbedeckung
  • Sonnencreme LSF 50+

Gerade im Frühjahr kann Wind in Kombination mit Feuchtigkeit schnell zu Unterkühlung führen. Gleichzeitig ist die Sonneneinstrahlung stärker, als viele erwarten.

Gut vorbereitet in die Wandersaison starten

Frühjahrstouren sind wunderschön, aber sie erfordern Aufmerksamkeit und die richtige Ausrüstung. Wer Altschnee, vereiste Wege, geeignetes Schuhwerk und Notfallausrüstung berücksichtigt, startet sicher in die neue Saison. Mit den Tipps von Bergzeit und Willy Kravanja steht den ersten Touren nichts mehr im Weg.