Der Morgen ist kühl, Nebel liegt über den Feldern Nordspaniens. Der Rucksack sitzt, die Schritte sind gleichmäßig. Wer sich auf den Jakobsweg begibt, sucht oft mehr als nur eine sportliche Herausforderung: Ruhe, Klarheit, vielleicht eine Antwort auf eine offene Frage. Doch viele Pilger unterschätzen die banalste, aber entscheidendste Hürde ihrer Reise: ihre Füße.
🔥 Wenn aus kleinen Reizungen große Schmerzen werden
Blasen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Etappen verkürzt oder sogar abgebrochen werden. Dabei beginnt alles harmlos:
- leichtes Brennen an der Ferse
- Druckgefühl am Fußballen
- feuchte, aufgeweichte Haut
Sportmediziner nennen diese Vorstufen „Hot Spots“ – Warnsignale, die man ernst nehmen sollte.

Warum entstehen Blasen überhaupt?
Der Grund liegt in mechanischen Scherkräften. Bei jedem Schritt verschieben sich die Hautschichten minimal gegeneinander. Wird diese Bewegung zu stark, lösen sich die Verbindungen zwischen den Schichten. Es entsteht ein Hohlraum, der sich mit Flüssigkeit füllt – die klassische Blase.
Begünstigt wird das durch:
- Wärme
- Feuchtigkeit
- Druck
- schwere Rucksäcke
- lange Etappen
- angeschwollene Füße am Nachmittag
Schuhe, die morgens perfekt passen, können am Ende des Tages drücken – ein typisches Pilgerproblem.
🧭 Warum Vorbereitung wichtiger ist als Durchhaltewillen
„Viele glauben, sie müssten einfach nur die Zähne zusammenbeißen“, sagt Günter Klein von reibungslos.de, einem Anbieter für Blasenprävention aus Landau in der Pfalz. „Dabei entsteht eine Blase nicht plötzlich – sie kündigt sich an.“
Wer rechtzeitig reagiert, kann Blasen fast immer verhindern. Entscheidend sind drei Faktoren:
1️⃣ Reibung von der Haut wegverlagern
Doppellagige Socken, wie z. B. von Wrightsock, arbeiten nach einem einfachen Prinzip:
- Zwei Stofflagen bewegen sich gegeneinander
- Die Reibung findet zwischen den Lagen, nicht auf der Haut statt
- Feuchtigkeit wird abgeleitet
- Die Haut bleibt trocken und widerstandsfähig
Gerade auf langen Etappen ein enormer Vorteil.

2️⃣ Druckstellen im Schuh entschärfen
Viele Pilger kleben Pflaster auf die Haut – doch effektiver ist es, die Reibung im Schuh zu reduzieren.
Blasenstopper (dünne Klebepads) werden direkt im Schuhinneren angebracht. Sie:
- glätten raue Stellen
- reduzieren punktuelle Reibung
- verändern die Passform nicht
- schützen bekannte Problemzonen
Ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung.
3️⃣ Die Haut zusätzlich schützen
Ein transparenter Hautschutzfilm – z. B. Body Glide – wird wie ein Deo-Stick aufgetragen.
Er:
- bildet einen dünnen, atmungsaktiven Schutzfilm
- reduziert Reibung zwischen Haut, Socke und Schuh
- ist besonders hilfreich bei Hitze oder langen Etappen
Viele erfahrene Pilger schwören darauf.

🦶 Füße als Schlüssel zum Ankommen
Pilgern ist keine sportliche Höchstleistung, sondern eine Dauerbelastung. Es gibt kaum vollständige Regeneration – jeden Tag geht es weiter.
Eine unbehandelte Blase kann:
- sich entzünden
- den Gang verändern
- Knie, Hüfte und Rücken belasten
- das gesamte Vorhaben gefährden
Wer seine Füße schützt, schafft die Voraussetzung dafür, dass der Kopf frei bleibt. Und genau darum geht es vielen auf dem Jakobsweg.
Weitere Informationen zur Blasenprävention und geeigneter Ausrüstung finden Interessierte unter: www.reibungslos.de

