Der Wald ist weit mehr als ein Ort für Bewegung, Toben und Abenteuer. Er ist ein Erfahrungsraum, in dem Kinder mit allen Sinnen lernen können. Mit gezielten Sinnesübungen und spielerischen Ideen können Erzieher:innen, Eltern und Naturpädagog:innen Kindern helfen, die Natur noch intensiver wahrzunehmen. Von Barfußpfaden über Klangwanderungen bis hin zu Tastspielen – hier kommen kreative Anregungen für Waldtage voller Achtsamkeit und Erlebnis.
Mit Sinneserlebnissen wird der Aufenthalt im Wald für Kinder zu einer ganzheitlichen, intensiven Erfahrung. Dabei schärfen sie ihre Wahrnehmung, lernen Achtsamkeit und entwickeln ein tieferes Naturverständnis. Ob in der Kita, Schule oder Familie – diese Ideen lassen sich einfach umsetzen und machen den nächsten Waldtag unvergesslich.
1. Barfuß erleben – Der Natur ganz nah
Ein selbstgebauter Barfußpfad im Wald ist schnell umgesetzt: Mit Naturmaterialien wie Moos, Tannenzapfen, Rinde, Lehm, Sand und Wasser lassen sich abwechslungsreiche Stationen gestalten. Die Kinder laufen langsam darüber und benennen, was sie spüren. So entwickeln sie ein Gespür für Texturen, Temperaturen und den eigenen Körper. Ein solcher Pfad fördert die Wahrnehmung und macht großen Spaß – auch bei kleineren Kindern.
Tipp: Ein kleiner Wasserkanister oder feuchte Tücher helfen bei der Fußreinigung danach.

2. Hinhören – Klangwanderung durch den Wald
Kinder lieben es, die Ohren zu spitzen: Was zwitschert da? Wo rauscht es? Eine Klangwanderung macht das Hören bewusst. Lasst die Kinder leise gehen, zwischendurch innehalten und beschreiben, was sie hören. Mit einfachen Naturinstrumenten wie Rasseln aus Kastanien oder Klanghölzern könnt ihr gemeinsam Musik machen.
Spielidee: “Wer findet das leise Geräusch?” – Kinder suchen gezielt leise Töne und versuchen, sie zu beschreiben.
3. Fühlen & Ertasten – Tastspiele mit Naturmaterialien
Ein Klassiker: der Tastbeutel. Füllt kleine Beutel mit Naturfundstücken wie Eicheln, Rinde, Moos oder Steinen. Die Kinder ertasten und erraten die Gegenstände. Auch ein Tastpfad mit verbundenen Augen ist spannend: Wer erkennt, ob er gerade auf Moos, Wurzeln oder Laub geht?
Achtung: Vorher auf spitze Äste, Dornen oder Insekten achten.

4. Riechen & Schmecken – mit Bedacht!
Der Wald riecht nach Erde, Harz und frischen Blättern. Kinder dürfen Rinden reiben und daran riechen oder Nadeln zwischen den Fingern zerreiben. Auch essbare Wildpflanzen wie Waldsauerklee oder Giersch können vorgestellt werden – aber nur unter Anleitung von Erwachsenen!
Wichtig: Immer klar machen, dass nicht alles Essbare auch ungefährlich ist. Niemals ohne sichere Kenntnis probieren lassen!

5. Sicherheit und Achtsamkeit
Auch bei sinnlichen Waldspielen gelten klare Regeln:
- Kein Feuer machen!
- Nur sammeln, was man sicher erkennt.
- Achtung bei Zecken (lange Kleidung, Kontrolle danach).
- Keine Tiere stören oder Nester aufwühlen.
- Kein Müll im Wald lassen.

Orte mit festen Barfußpfaden (D/A/CH):
- Barfußpark Dornstetten (Baden-Württemberg)
- Erlebnispark Teichland (Brandenburg)
- Barfußweg Bad Wörishofen (Bayern)
- Barfußpark Lünen (NRW)
- Barfussweg Heidenreichstein (Niederösterreich)
- Naturpark Gantrisch (Schweiz)


