Höhlen mit Kindern entdecken: Dort solltet Ihr mal unter der Erde sein

Höhlen mit Kindern entdecken hat zwei große Vorteile: Wenn es draußen heiß ist, wie in einem schwarzen Auto, dass seit vier Stunden mit geschlosenen Fenstern auf dem Parplatz vor dem Supermarkt steht, dann habt Ihr es in einer Höhle deutlich angenehm kühler. Außerdem lernt Ihr und die Kinder untertage eine Menge über die Geschichte der Erde. Starten wir unseren Streifzug quer durch Deutschland zu den verschiedenen Schauhöhlen. Diese sind für Besucher erschlossen und für die kleinen Outdoorer auf jeden Fall ein Abenteuer.

Ach! könnt ich doch auf Bergeshöhn
In deinem lieben Lichte gehn,
Um Bergeshöhle mit Geistern schweben,
Auf Wiesen in deinem Dämmer weben,
Von allem Wissensqualm entladen,
In deinem Tau gesund mich baden!

Ganz klar, diese Zeilen stammen auf keinen Fall von mir. Johann Wolfgang von Goethe, wie kann es anders sein, lässt sie seinen Doktor Faust im ersten Teil in der Nacht sprechen. Warum zitiere ich hier den Dichterfürsten? Weil er die älteste Schauhöhle Deutschlands mehrfach besucht hat. Seit 1646 führen Fachleute die Besucher durch die Baumannshöhle im Harz (nicht vier!). Wer die Harz Card hat, der kommt sogar gratis in die Höhle. Etwa 50 Minuten dauert die Führung. Eigentlich ist die gesamte Höhle 1.950 Meter, davon sind 600 Meter für die Besucher zugänglich. Hier bekommen die Ausflügler in der Tropfsteinhöhle einiges zu sehen: Die Säulenhalle oder der Palmengarten. Bizarrste Formen bilden dort die Stalaktiten und Stalagmiten.

Baumannshöhle

  • Höhlenart: Tropfsteinhöhle
  • Lage: Harz
  • Zu besichtigende Länge: 600 Meter
  • Führungsdauer: 50 Minuten

Wenn es draußen heiß ist, dann ab mit den Kindern untertage und besichtigt eine Höhle.
foto (c) kinderoutdoor.de

Höhlen mit Kindern entdecken: Die nördlichste Schauhöhle Deutschlands

Bad Segeberg ist vor allem für eines bekannt: Die Karl May Spiele. Jahr für Jahr sind Cowboys, Indianer, Trapper, Old Shatterhand, Winnetou, Old Firehand, Old Surehand und andere Westernhelden in Schleswig-Holstein unterwegs. Doch Bad Segeberg hat auch einen interessanten Untergrund. Die Segeberger Kalkberghöhle. Sie hat einige Superlative zu bieten. Mit 2.260 Metern ist sie die zweitlängste Gipshöhle in Deutschland. Außerdem lebt nur hier auf der Welt der Choleva septentrionis holsatica, ein besonderer Höhlenkäfer. Über 20.000 Feldermäuse überwintern hier und eine seismologische Station ist in der Höhle eingerichtet. Seit 1913 können hier Interessierte die Unterwelt von Bad Segeberg erkunden. Außerdem gibt es spezielle Führungen für Familien oder ganz im Dunkeln.

Segeberger Kalkberghöhle

  • Höhlenart: Gipshöhle
  • Lage: Ostholsteinisches Hügelland
  • Zu besichtigende Länge: 300 Meter
  • Führungsdauer: 35 Minuten

Höhlen sind wie begehbare Geschichtsbücher.
foto (c) kinderoutdoor.de

Höhlen für Kinder: Vom Bergwerk zur Schauhöhle

Ein Weihnachtswunder gab es 1865 in Thüringen. Mit dem Steiger Heinrich Rödiger arbeiteten die Bergleute Christian Nachtweide, Heinrich Vollrodt und August Schumann untertage. Sie suchten einen Flöz mit Kupferschiefer. Plötzlich stießen sie auf einen großen Hohlraum. Wie sich herausstellte, hatten die vier Bergarbeiter die spätere Barbarossahöhle entdeckt. Anstatt die Höhle wieder zu verschließen beschlossen der Bergrate Friedrich Herthum und der Bergmeister Carl Franck die Höhle für spätere Generationen zu erhalten. Bereits 1866 kamen die ersten Besucher in den heutigen Geopark Kyffhäuser. Für die Kinder beginnt das Abenteuer Höhle bereits an der Oberfläche. Hier gibt es einen großzügigen Abenteuerspielplatz. Dieser hat seinen Namen verdient. In der Barbarossahöhle selbst gibt es einges zu entdecken. Höhlensee glitzern hier im Schein der Lampen. Ein besonderer Höhepunkt ist die Neptunsgrotte. Beliebt ist auch der Höhlenabschnitt Hexenküche und der Tanzsaal.

Barbarossahöhle

  • Höhlenart: Gipshöhle
  • Lage: Kyffhäuser
  • Zu besichtigende Länge: 800 Meter
  • Führungsdauer: 50 bis 60 Minuten

Höhlen mit Kindern sind immer ein Abenteuer. Nehmt die Stirnlampen und Taschenlampen mit.
foto (c) kinderoutdoor.de

Höhle für Kinder: Ein sagenhafter Weg zur Sturmannshöhle

Das Allgäu ist vor allem für seine wunderbaren Gipfel bekannt. Die Sturmannshöhle ist die einzige Schauhöhle in dieser bayerischen Urlaubsregion. 120 Millionen Jahre altes Gestein gibt es hier zu entdecken. Am Parkplatz Hirschsprung startet Ihr. Dort beginnt auch ein  Sagenweg. Das Allgäu ist voll von diesen Volksmärchen. Um sagenhafte Gestalten wie dem oder den wilden Fräulein handelt der kurzweilige Weg. 30 Minuten später steht Ihr vor dem Eingang der Sturmannshöhle. Dort sollen die „Wilden Fräulein“ Stuzze Muzz, Tschudre Mudre, Ringgede Bingge und Maringga ihr zuhause gehabt haben. Seit 1905 ist diese Höhle für die Besucher geöffnet und seitdem stehen die Auflügler beeindruckt Adlerschacht, Höllenrachen und dem Höhlenkessel am Ende der Höhle. Urlaubbsgäste mit der Allgäu-Walser-Card kommen kostenlos in die Höhle.

Sturmannshöhle

  • Höhlenart: Spalthöhle
  • Lage: Allgäu
  • Zu besichtigende Länge: 300 Meter
  • Führungsdauer: 50  Minuten

 

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