Bushcraft für Kinder: Wasserrad bauen

Bushcraft für Kinder sorgt für Abwechslung beim Spaziergang oder einer Wanderung. Alles was Ihr für Bushcraft mit Kindern benötigt findet Ihr in der Natur und mit dem Taschenmesser oder einem Multitool habt Ihr das perfekte Werkzeug dabei. Heute haben wir die Bauanleitung für ein Wasserrad. In weniger als zehn Minuten seid Ihr damit fertig und es dreht sich am Bach. Die Kinder sind begeistert, was Ihr für tolle Sachen mit ihnen Basteln könnt.

„Es klappert die Mühle“ ein altes Kinderlied erinnert an die Wichtigkeit der technischen Anlagen. Sie mahlten Getreide, zerkleinerten Mahlgut (wie die Kugelmühlen) oder trieben wuchtige Hämmer und Sägen an. Bereits im 3. Jahrhundert vor Christus gab es in China die ersten Mühlen, welche das Wasser antrieb. Nach Deutschland kam diese Technik mit den Römern. Im Rheinland fanden Archäologen die Überreste einer römischen Wassermühle, die um das Jahr Null in Betrieb gewesen ist. Noch heute sind etliche Mühlräder erhalten. Manche weit über 100 Jahre alt. Wir wollen bei unserem Bushcraft Projekt ein Wasserrad basteln. Ohne Schnüre, Seile, Nägel oder Schrauben. Heute arbeiten wir nur mit den Materialien, die wir in der Natur finden. Ihr benötigt:

  • Zwei Astgabeln
  • Ein Stück Rinde
  • Einen geraden Holunderast
  • zwei dünne gerade Haselnussäste (die Allergiker danken es Euch!)
  • Taschenmesser oder Multitool oder kleines Beil

Bushcraft für Kinder kommt mit wenig Material aus. So wie Ihr hier sehen könnt. Aus diesen Zutaten basteln wir ein Wasserrad.
foto (c) kinderoutdoor.de

Bushcraft für Kinder: Erst suchen, dann das Wasserrad bauen

Bevor wir mit dem Basteln loslegen, sucht Ihr und die Kinder im Wald, Park oder am Flußufer das Material zusammen. Zuerst sucht Ihr Euch zwei etwa gleich dicke Äste vom Haselnuss. Diese sollten so dick wie ein kleiner Finger sein. Schneidet beide Äste so zu, dass sie gleich lang sind. Sonst läuft unsere Mühle „unrund“

Schneidet zuerst zwei gleichlange Äste zu.
foto (c) kinderoutdoor.de

Im nächsten Arbeitsschritt bereiten wir die Aufnahme der Schaufelblätter vor. Wir klemmen sie in das Holz ein. So halten sie, ohne dass wir sie mit Nägel, Schrauben oder Schnüre fixieren müssen. Schneidet mittig die Enden von den Ästen ein.

Spaltet die Ende der beiden Äste. Sie nehmen später die Schaufelblätter auf.
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Höchste Zeit, die Schaufelblätter vorzubereiten. Gegen sie drückt das vorbeiströmende Wasser und bringt so das Wasserrad zum Rotieren. Mit dem Taschenmesser/Multitool/Beil schneidet Ihr sie so zurecht, dass alle vier Rindenstücke gleich groß sind. Bitte noch nicht die Schaufelräder in die Einschnitte stecken. Zuerst müssen wir die Äste durch die Achse aus Holunder klopfen.

Stellt vier gleich große Rindenstücke her. Sie sind später die Schaufelblätter.
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Bei dem nächsten Schritt helft Ihr am besten den Kindern. Mit der Ahle (das ist der Stechdorn von der Rückseite des Taschenmesser) bohrt Ihr ein Loch in die Mitte vom Holunderast. Das Loch sollte durchgehen.  Anschließend erweitert Ihr es mit der kleinen oder großen Klinge vom Taschenmesser. Entgegengesetzt wiederholt Ihr das ganze Prozedere. Durch diese beiden Löcher müssen anschließend die Arme unserer Schaufelblätter passen. Bohrt die Löcher enger, als die beiden Äste dick sind. Dadurch sind sie in der Achse aus Holunder fixiert. Schnitzt mit dem Taschenmesser die beiden Enden der Achse an. Dadurch läuft sie leichter.

Bereitet die Achse für die Schaufelarme vor.
foto (c) kinderoutdoor.de

Mit einem Ast, einem dicken Stein, oder der flachen Rückseite vom Outdoorbeil. Geht vorsichtig dabei vor, dass das Holz nicht reisst. Klopft die beiden Äste so hindurch, dass sie gleich weit aus der Achse herausstehen.

So sollte jetzt das halbfertige Wasserrad aussehen.
foto (c) kinderoutdoor.de

Steckt nun die vier gleich großen Rindenstücke als Schaufelblätter in die gespaltenen Enden der Äste. Unser Mühlrad ist klar. Doch es benötigt eine Halterung. Bereitet dazu die beiden Astgabeln vor. Entfernt die überzähligen Äste. Spitzt mit der großen Klinge oder dem Beil das Ende der Astgabel an. Schließlich wollt Ihr die Halterung in den Bach oder Fluß steckten.

Spitzt die Astgabeln für das Wasserrad an einem Ende an.
foto (c) kinderoutdoor.de

Rammt die Astgabeln so in den Untergrund vom Gewässer, dass sie parallel zueinander stehen. Die Entfernung zwischen den Astgabeln sollte soweit sein, dass sie kleiner ist, als die Länge der Achse aus Holunder. Legt nun das Wasserrad in die beiden Astgabeln. Wenn Ihr gut gearbeitet habt, davon gehe ich aus, dann dreht sich das Wasserrad. Beginnt es sich nicht zu drehen, überprüft ob die Arme mit den Schaufelblättern gleich lang ausgerichtet sind. Was hier auch noch hilft: Erhöht die Fließgeschwindigkeit und damit den Wasserdruck auf die Blätter vom Wasserrad. Die Kinder errichten einen kleinen Staudamm. Durch eine Öffnung fließt das Wasser deutlich schneller ab und treibt die Mühle an. Viel Freude beim Basteln!

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