Kinder frieren: Tipps gegen kalte Füße und Finger im Winter

Kinder frieren am Schlittenhügel und beginnen zu quengeln. Der Spaß hat für sie nun ein Ende und sie wollen schleunigst zurück ins Warme. Für die Eltern beginnt eine anstrengende Situation. Wir geben Euch Tipps, wie Ihr es vermeiden könnt, dass den Kindern nach kurzer Zeit im Winter kalt ist.

„Mir ist kalt!“

„Ich friere!“

Mit diesen kurzen Sätzen ist die gute Laune beim Schlittenfahren, auf der Skipiste, bei der Schneeschuhtour oder beim Eislaufen auf dem Natursee beerdigt. Den Outdoorkids ist kalt und selbst die besten Freunde können sie nicht mehr zum Bleiben bewegen. Eher passt ein Eisbär durch ein Schlüsselloch. Frieren kann ein Anzeichen für den Beginn einer Krankheit sein. Wir gehen davon aus, dass dies nicht der Fall ist und die Kinder gesund sind. Warum frieren denn die Knilche eigentlich?

kinder frieren im winter: Was können Eltern dagegen tun? Wir haben Tipps von Profis.
foto (c) kinderoutdoor.de

“Die meisten Eltern packen ihr Kind zum Spaziergang in Mütze, Handschuhe, Schals, warme Wollpullover und Anorak ein, bis es einer kleinen Kugel ähnelt. Nötig ist dies nicht. Eltern sollten ihren Kindern leichte und dennoch wärmende Skiunterwäsche anziehen, in der sich die Kinder gut bewegen können. In die Schuhe gehören Thermosohlen,” sagt ein Sprecher der nordrheinischen Kinder- und Jugendärzte in einer Pressemitteilung “Der wichtigste Schutz vor Kälte ist jedoch die eigene Haut. Bei Kindern ist sie besonders empfindlich. Kälte vermindert die Durchblutung und reduziert die Produktion von Fett. Eltern sollten daher vor dem Gang nach draußen Gesicht und Lippen ihrer Kinder mit reichhaltiger Fettcreme schützen, besonders bei „Fahrtwind“ durch Fahrrad, Roller oder Inliner. Gut sind Cremes mit Panthenol, Paraffin, Wollwachs oder natürlichen Ölen. Nachteil: Sie lassen sich schlecht verreiben. Was hilft: Vor dem Auftragen auf die Kinderhaut die Crème in den eigenen Händen verreiben. Das Auftragen selbst gelingt am besten, wenn man sich dabei hinter das Kind stellt.”

Kinder frieren: Essen hilft

In manchen Dingen gleichen sich Erwachsene und Kinder. Haben sie zu wenig gegessen und sind sie deshalb hungrig, neigen sie zum Frieren. Deshalb ist es gut, wenn Ihr im Rucksack bei Eueren Outdoor-Aktionen im Winter auch Verpflegung dabei habt. Kohlehydrate geben den Outdoorkids schnell neue Energie. Aus dieser kann der Körper wieder Wärme produzieren. Ebenso hilfreich ist ein warmes Getränk wie ein Tee oder ein selbstgemachter Kinderpunsch. Nehmt so einen in der Thermoskanne mit und lasst die Kinder regelmäßig davon trinken. Auch damit lässt sich das Frieren der Kinder verhindern.

Bewegung verhindert frierende Kinder

Ist Euch schon mal aufgefallen wie den Outdoorkids der Schweiß herunterläuft, wenn sie die Schlitten auf den Hügel ziehen. Während die wartenden Eltern hüpfen wir die Disco-Tänzer trotz arktistauglicher Winterstiefel von einem Fuß auf den anderen. Während die Knilche in Bewegung sind, stehen die Erwachsenen rum. Ist der Kreislauf entsprechend angeregt, läuft auch die Durchblutung besser. Deshalb macht es Sinn sich an kalten Tagen mehr zu bewegen.

Keine Tränen wegen frieren: Die Zwiebel hilft

Wichtig ist es, mehrere Schichten Kleidung übereinander zu tragen. Allerdings ist es weniger schlau, wenn dann das Kind wie ein Michelin Männchen aussieht. Zum Prinzip der Zwiebelschalen rät Lars Elvind Johansen, er ist der Geschäftsführer vom norwegischen Merino Spezialisten Aclima „Generell ist es immer besser, mehrere dünne Schichten zu tragen als ein oder zwei dicke Kleidungsstücke. Denn die Luft, die sich zwischen den Schichten befindet, wärmt den Körper. Außerdem hindert zu dicke Kleidung die Kinder beim Bewegen. Und wir wollen doch, dass die Kids auch bei kaltem Wetter draußen aktiv sind!“

Kinder frieren: Auf die Unterwäsche kommt es an

Eine wichtige Rolle fällt auch der Unterwäsche zu, die Kinder bei ihren Outdoor Aktivitäten im Winter tragen. Dazu die Expertin Desie Lenferink aus Wagrein (Österreich), sie ist von Funktionsunterwäschewelt.com,  „Viele Kinder tragen auch heutzutage noch Baumwolle statt Funktionsunterwäsche. Natürlich ist Baumwolle auch angenehm zum Tragen, aber nicht, wenn die Kinder beim Spielen im Freien oder beim Skifahren ins Schwitzen kommen. Die Baumwolle ist schnell nass, aber trocknet nur sehr langsam, das heißt, die Kinder frieren schneller in den passiven Phasen, wenn es draußen kalt ist und die Gefahr einer Erkältung erhöht sich drastisch. Funktionsunterwäsche leitet Feuchtigkeit effizient ab, sorgt für eine schnelle Rücktrocknung und reguliert die Körpertemperatur, somit bleiben Kinder länger warm und trocken.“

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