Rezept für die Berghütte: Polmanudla aus dem Montafon

Ein Rezept für die Berghütte das auch Kinder begeistert und von den Outdoorkids selbst zu kochen ist, haben wir im Montafon gefunden. Die Polmanudla. Simpel in der Zubereitung und unglaublich gut im Geschmack. Was für dieses Outdoor-Rezept auch spricht: Ihr benötigt nur wenig Zutaten.

Tütensuppen sind bei manchen Aufenthalten der Klassiker. Die ganze Küche riecht dann nach Steinpilzen, auch wenn der Anteil der Schwammerl in diesem Pulvergemisch höchstens homöopathischer Art ist. Entsprechend schmeckt das Ganze dann auch und am Tisch sind enttäuschte Gesichter. Überrascht doch mal die Kinder auf der Berghütte mit einem echten Kochrezept aus den Alpen. Das Ganze ist so was von einfach zu kochen und am besten lasst Ihr die Outdoorkids an den Herd. Bei einem Bergfrühstück in der Silvretta-Montafon lernte ich die Polmanudla kennen. Da lagen, meiner Meinung nach, zu braun geratene Fingernudeln bei dem Buffet. Doch im Gespräch mit der freundlichen Köchin stellte sich heraus, dass es sich um Polmanudla handelt. Eine Spezialität aus dem Montafon die fast schon für immer aus den Küchen verschwunden ist. Zum Glück retteten einige engagierte Köche die Polmanudla vor dem endgültigen Vergessen. Eigentlich braucht Ihr als Hauptgrundlage für dieses Outdoor Rezept den Sura Kees. Das ist ein Sauerkäse. Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen mögen diesen Käse, die anderen hingegen können ganz gut ohne ihn leben. „Nur noch sechs Sennereien stellen diesen Käse her!“ erklärte mir eine Einheimische. Die Masse von diesem besonderen Käse stellen Molkereien im Tal her. Eine Besonderheit vom Sura Kees ist sein geringer Fettgehalt: Der liegt zwischen einem und zehn Prozent. Zum Vergleich: Der Emmentaler kommt auf 45%! Vom Geschmack her erinnert der Sure Kees (die Montafoner mögen mir bitte verzeihen!) an einen Feta-Käse. ein wenig säuerlich und salzig. Wie bei jedem Käse hängt das Aroma bei dem Sauerkäse aus dem Voralberg davon ab, wie lange dieser lagerte und dabei reifte. Selten bleibt der Sure Kees bis zu zwölf Monate liegen, er ist schließlich kein Hartkäse, der sich länger lagern lässt. Der Duft den dieser Käse dann verströmt ist ein besonderer. Kennt Ihr das Comic-Heft „Asterix auf Korsika“? Da gibt es den Korsen Osolemirnix, mit seinem Käse bringt er sogar eine Galeere zum Explodieren. Der „junge“ Sure Kees ist ein Genuss, während der Einjährige was für harte Nasen ist. Zum Glück verriet mir die Köchin, wie sich die Polmanudla ohne diesen besonderen Käse zubereiten lassen. Nehmt stattdessen einen Topfen (Quark) her. Bei diesem Rezept für Berghütten handelt es sich um ein Essen der Senner/innen. Die brauchten etwas, was schnell zu kochen und nahrhaft ist.

Rezept für Berghütte: Polmanudla in zwei Varianten

Gebt den Topfen in eine Schüssel. Ebenso kommt das Mehl mit dazu. Rein mit den Eiern und zum Schluss noch eine Prise Salz. Verrührt das Ganze so lange, bis ein Teig entsteht. Mehlt Euch die Hände ein und dreht aus dem Teig Nudeln, die so lange und so dick wie der Zeigefinger sind. Im ursprünglichen Rezept backt Ihr die Polmanudla im Öl heraus. Wir haben sie in den Backofen gesteckt. Das ist weniger fettig. Erwachsene stehen, meistens, weniger auf derartig süße Speisen. Ganz im Gegensatz zu den Kindern. Wer möchte kann diese Spezialität aus dem Montafon mit Salat und würzigen Dipps anrichten. Bei den Outdoorkids liegt das Ganze viel anders! Die wollen lieber die Polmanudla als Süßspeise auf die Teller bekommen. Vermischt Zimt und Zucker und wälzt darin die Polmanudla. Selbst gekochtes Apfelmus passt perfekt dazu. Birnenmus ist ebenfalls perfekt. Ob Vanillesoße eine gute Begleitung ist, darüber lässt sich wunderbar streiten. Wir halten uns von derartigen Diskussionen völlig raus. Worüber es nichts zu diskutieren gibt: Egal für welche Variante Ihr Euch entscheidet: Die Polmanudla schmecken nach den Bergen vom Montafon.

Zutaten:

  • 250 Gramm Topfen (Quark)
  • 100 Gramm Mehl
  • Zwei Eier
  • Prise Salz
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