Paddeltour mit Kindern: Den Wannsee in Berlin vom Wasser aus erkunden

Paddeln mit Kindern in Berlin: Das ist eine ganz andere Art die Hauptstadt zu erkunden. Berlin ist von Flüssen, Kanälen und Seen durchzogen. Auf etlichen davon dürft Ihr mit dem Kajak unterwegs sein. Ein Klassiker ist der Wannsee, oder wie er im Behördendeutsch richtig heißt: Großer Wannsee. Wir stellen Euch eine Rundtour auf dem Wannsee vor. Dort erlebt Ihr Berlin abseits vom Trubel.

„Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein
und dann nischt wie raus nach Wannsee.
Ja, wir radeln wie der Wind durch den Grunewald geschwind
und dann sind wir bald am Wannsee“

Mit dem Fahrrad braucht Ihr keinesfalls zum Wannsee radeln, aber dieses Gewässer ist einen Besuch wert. Wir folgen der Bismarckstraße bis diese Ende und tragen die Boote kurz durch den Wald. Vor uns liegt der kleine Wannsee udn wir haben die Einstiegstelle erreicht. Die Kinder legen die Paddel quer über die Einstiegsluken und steigen routiniert in die Kajaks. Heute ist wenig Wind und entsprechend winzig fallen die Wellen aus. „Der Wannsee kann auch ganz anders sein!“ erklärt ein einheimischer Paddler und zeigt einen kurzen Film auf seinem Mobiltelefon. Ein Sturm fegte über diese Bucht vom Fluss Havel. Derartig hohe Wellen brauchen wir heute nicht befürchten. Ihr könnt nach links oder rechts loslegen. Ganz egal, die Tour bleibt die Gleiche.In unserem Fall schippern wir die ersten Paddelschläge auf dem kleinen Wannsee. Die Kinder paddeln entspannt und genießen die Sonne. Kaum zu glauben, dass wir in einer der größten Städte Europas unterwegs sind. Einige Villen gibt es am Ufer zu sehen. Die meisten von diesem Prachtbauten stammen aus der Kaiserzeit und bei manchem Häuschen am See, gibt es auch einen Steg mit dazugehöriger Yacht. Sozialer Wohnungsbau sieht anders aus. Weiter paddeln wir mit der Familie zum Pohlesee. Er gehört zum Griebnitzkanal und dieser ist eine Wasserstraße des Bundes. Entsprechend herrscht hier auch Verkehr fast wie auf einer Autobahn. Ein kurzer Kanal bringt und zum Stölpchensee. Am Norden, dort wo heute die Brücke ist, gab es ab Kaiserszeiten ein beliebtes See. Auch ein Hotel gehörte dazu. Im Zweiten Weltkrieg verschwand beides. Wieder heißt es den richtigen Kanal nehmen und wir schippern nun durch den Griebnitzkanal. Dieser bringt und in den Griebnitzsee. Immer wieder treffen wir auf Frachtkähne. Deshalb ist es besser so weit wie es geht rechts zu paddeln. Dann kommt Ihr weder den Motorbooten noch den dicken Pötten vor den Bug. Das Ganze ist wie Radfahren auf der Autobahn und wer so etwas bringt,hat gute Chancen in den Verkehrsfunk zu kommen. Kaum haben wir diese viel befahrene Wasserstraße verlassen, den Kindern ist nun auch etwas wohler, denn die Lastkähne sind von der Wasserlinie aus gesehen beeindruckend. Eindruck hinterlässt auch das Jagdschloss Glienicke. Es präsentiert sich im franzöischen Barock und dieser Baustil ist alles andere als puristisch. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ließ diesen Bau errichten. Ganz ohne Bausparvertrag, denn seine braven Untertanen zahlten fließig ihre Steuern.

Kinder paddeln am Wannsee: Überall Geschichte

Bald ist die Glienicker Brücke erreicht. Seit etwa 1660 gibt es dort eine Brücke und die Ihr heute sehen könnt, stammt auf dem Jahr 1907. Damals hieß sie noch Kaiser Wilhelm Brücke. Bekannt ist dieses Bauwerk für die drei Agentenaustausche die hier 1962, 1982 und 1986 stattfanden. Während Berlin geteilt gewesen ist, tauschten hier die beiden Blöcke Gefangene und ertappte Agenten aus. Als nächstes steht der Jungfernsee auf dem Programm. Ein markantes Bauwerk ist dort die Heilandskirche. Deren Turm erinnert an einen typischen italienischen Kirchturm. Hier am Jungfernsee gibt es genügend Möglichkeiten, eine Pause einzulegen. Die Kinder freuen sich, wenn sie aus dem Kajak kommen. Wieder nehmen wir ein historisches Bauwerk ins Visier: Die Pfaueninsel. Achtet hier bitte auf die anderen Wasserfahrzeuge. Hier auf dem See habt Ihr mit dem Kajak die undankbare Rolle, welche Fußgänger und Radfahrer im Straßenverkehr haben. Legt mal die Paddel ab und wenn Ihr gut hinhört bekommt Ihr auch mit, woher dieses Eiland seinen Namen hat.  Wenn Ihr die Pfaueninsel passiert habt, nehmt Kurs auf die nächste Insel: Schwanenwerder. Ein einziges Villenviertel. Fahrt um die Insel herum, anlanden könnt Ihr vergessen, weil das Ufer in den meisten Fällen Privatbesitz ist. Noch einmal überquert Ihr den Großen Wannsee und kommt bei der Einstiegsstelle wieder raus. Jetzt ist es höchste Zeit die Badehose auszupacken.

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