Familienzelt im Test: Mit dem Quecha Arpenaz Family 5.2 auf Radtour

Ein Familienzelt ist schon was Praktisches. Es bietet richtig viel Platz und auch größee Erwachsene können darin stehen. Auf dem Ilmtal Radweg haben wir das Familienzelt Arpenaz Family 5.2 von Quecha getestet. Wie gut ist dieses äußerst preiswerte Zelt vom französischen Sportriesen Decathlon?

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Familienzelt im Test: Das Arpenaz Family 5.2 hat einen verlockenden Preis, doch es gibt auch Schwächen.
foto (c) kinderoutdoor.de

179,99 Euro für ein Familienzelt. Versandkosten inklusive. Kann so was gut gehen? Zweifel kommen hoch. Wer im Online Shop das Arpenaz Family 5.2 der Eigenmarke Quecha kauft, zahlt weniger als ein Zwei Personenzelt von renomierten Herstellern kostet. Außerdem gewähren die Franzosen auch zwei Jahre Garantie. Das Packmaß stellt einen erfahrenen Tourenradler vor  Herausforderungen. Der volle Packsack bringt es auf 58 mal 30 mal 30 Zentimeter. Auch das Gewicht von 16 Kilogramm ist beeindruckend. Mit ein wenig Improvisation lässt sich das Zelt auf mehrere Radler verteile. Schließlich packe ich mir am Anfang vom Ilemtal Radweg auf den Transportanhänger Nomad von Burley. Mangels Zeit bauen wir das Quecha Zelt zum ersten Mal am Campingplatz auf. Das Gestänge erklärt auch wie es zu den günstigen Preis kommt: Es ist aus Glasfaser. Wie mir auf der OutDoor Messe ein Experte verraten hat, ist was das Material von einem Zelt angeht, das Gestänge aus Aluminium der größte Kostenfaktor. Im Gegensatz zu Alu ist das Glasfasergestände deutlich preiswerter, hat aber seine Nachteile. Das Zusammenstecken der drei Zeltstangen geht leicht von der Hand. Sie sind mit einem Gummi verbunden. Beim Einführen der Stangen lässt sich auch ohne Gebrauchsanweisung meistern, denn das Gestänge ist farblich codiert. Als wir die Stangen durch den Gestängekanal schieben zeigt sich der Unterschied zu Aluminium: Es geht deutlich schwerer. Ein weiterer Minuspunkt: Die Stangen aus Glasfiber sind weniger stabil wenn starke Winde aufkommen und splittern leichter. Außerdem ist dieses billige Material auch das Schwerste im Vergleich zu Aluminium oder Karbon. Der Aufbau am Campingplatz geht flott voran und schon können wir die Isomatten in den beiden Schlafkabines ausrollen. Auf eine altbewährte Konstruktion greift Decathlon zurück: Die Enden vom Gestänge stecken wir in Ösen. Flotter und einfacher geht es kaum. Wenn hier fünf Erwachsene übernachten sollten, dann ist es vom Vorteil, wenn es sich um Outdoorer mit der Figur von weltklasse Marathonläufern handelt. Wenn hier aber eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern einzieht, dann ist das Raumangebot top.

Familienzelt im Test: Falten vom Quecha Arpenaz Family 5.2

Ein weiteres Problem, dass uns zu Langstreckenläufern macht: Ein Zelt ist immer so dicht, wie es abgespannt ist. Doch das ist hier ein Problem. Decathlon gibt folgendes zum Thema Wasserdicht an:Getestet im Labor mit 200 mm Wasser/h/m² (Tropenregen)“ in solchen Gefilden sind wir nicht unterwegs, sondern in Thüringen. Egal wie wir es auch anstellen, es bilden sich immer wieder tiefe Falten in der Plane vom Außenzelt. Auch hängt die „Decke“ vom Vorzelt durch. Es braucht keinen Tropenregen, dass sich dort Wasser ansammelt. Hochwertiger fällt die Bodenwanne aus, sie hat eine Wassersäule von 5.000 mm (laut Hersteller!). Bei dieser Zeltform handelt es sich um einen Tunnel, der nicht selbst steht. Deshalb braucht Ihr immer einen Boden, in dem die Heringe halten. Sonst wackelt das ganze Zelt im Wind. Ein weiteres Problem: Um dieses Familienzelt aufstellen zu können, benötigt Ihr eine ebene Fläche von mindestens 13 Quadratmetern. Auch für größere Erwachsene ist das Zelt keine Unterkunft, bei der sie mit dem Kopf immer an der Decke entlang scharren. An der höchsten Stelle ist das Vorzelt zwei Meter hoch. Nur Basketballspieler haben hier ihre Probleme. Im Vorzelt bleibt genug Platz für die Ausrüstung. Gut ist das Moskitonetz am Eingang zum Vorzelt. Diese Blutsauger bleiben dadurch draußen. Praktisch sind auch die beiden großen Fenster an den Seiten vom Vorzelt. Weniger gut fanden wir am nächsten Morgen was sich an Kondenswasser an der Decke angesammelt hatte. Der Abbau verlief auch flott. Doch es ist eine Summe von Details gewesen, die erklärten wie es zu diesem erstaunlich günstigen Preis kommt.

Unsere Bewertung: zwei von sechs möglichen Kompassen

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