Krabbenkutter mit Kindern: Plastik ahoi!

Auf Fangfahrt mit einem Krabbenkutter zu gehen ist für die Outdoorkids ein Abenteuer auf See, von dem sie noch lange erzählen.Als Familie bekommt Ihr Einblick über die Arbeit auf See und welche Tiere in der Nordsee leben. Auch seht Ihr warum dieses verletzliche Ökosystem bedroht ist.

Die Wellen sind erst so hoch wie ein Schulbus, bald höher als eine Garage und irgendwann sind es Brecher die ein Einfamilienhaus überragen. Wenn die Kinder von der Fangfahrt mit dem Krabbenkutter berichten. Zum Glück sind die Eltern dabei gewesen und wissen, wie der Seegang wirklich gewesen ist. Auf den Nordseeinseln oder den kleinen Hafenstädten gibt es die Möglichkeit, dass Ihr bei einem Krabbenkutter mitfahrt. Gut zu erkennen sind diese Fischerboote an den Baumkurren. Das sind Schleppnetze die am Grund der Nordsee entlanggleiten. Wie dieses Fangsystem funktioniert erklärt ein Seemann: “ Das Netz scheucht die Krabben auf und sie bleiben darin hängen!“ Die Kutter haben einen Tiefgang, der selten die 1,8 Meter überschreitet und dafür gibt es einen Grund.Im Flachwasser lassen sich die Nordseegarnelen fangen. Wenn der Winter mit seinen kalten Tagen auch an die Nordsee kommt, ziehen sich diese Tiere ins tiefere Wasser zurück. Ein großes Problem für die Fischer ist, dass die Krabbe schnell verdirbt. Deshalb müssen die Seemänner ihren Fang bereits auf dem Meer abkochen. Derzeit sind die Fänge der Krabbenfischer rückgängig. Aus der Nordsee kamen 2005 um die 38.000 Tonnen dieser Garnelen. Sechs Jahre später, 2011, landeten die Fischer nur noch 33.400 Tonnen an. Eigentlich könnten die Fischer damit zufrieden sein, denn die Preise für Nordseekrabben sind dadurch höher. 3,60 Euro kostete 2015 ein Kilo Krabben. Für die gleiche Menge mussten Verbraucher 2016 bereits über acht Euro bezahlten. Im Juni 2017 erreichte der Preis ein Niveau von 13 Euro. Die Kinder hören dem Seemann zu, als erklärt, warum die Fänge immer geringer sind:“ Immer mehr Fressfeinde sind hinter der Krabbe her. Die essen sie allerdings ohne Garnele. Der Wittling und der Kabeljau sind immer öfter in der Nordsee zu finden und fressen die Krabbe.“ das ist ein Grund für den Rückgang der Krabbe doch ebenso schlimm ist „Der Krabbenjahrgang vom letzten Jahr ist zahlenmäßig schwach. Ihr müsst wissen, dass von zehn Krabben nur eine länger als ein Jahr lebt!“ Wenn die Temperaturen schwanken und die Strömungen ungleichmäßig sind, gehen die Bestände der Krabben zurück. Die Netze der Fischer bleiben leer.

Krabbenkutter sind gut vernetzt
An Deck steht ein Aquarium. Wenn der Kutter durch die Wellen stampft bewegt sich auch in diesem Glaskasten das Wasser, wie das der Nordsee. Darin sind Bewohner der Nordsee zu sehen. Über diese Fischer und Krebse kann der Experte einiges erzählen und die Kinder hören aufmerksam zu. Endlich ist es soweit. Die beiden Ausleger schwenken über die Bordwand und die Kurren senken sich in die Fluten. Fasziniert sehen die Kinder zu. Nach einer Zeit holen die Fischer ihre Grundnetze wieder ein. Krabben sind darin und so genannter Beifang. Das sind Fische und andere Meerestiere, welche die Seeleute eigentlich gar nicht fangen wollen. Schnell durchsuchen sie die Netze und werfen diese Tiere wieder zurück ins rettende Wasser. Was auch im Netz ist: Plastikflaschen, Einkaufstüten und anderer Müll. Experten schätzen, dass über 600.000 Tonnen davon am Grund der Nordsee liegt. Jedes Jahr kommt neuer Plastikmüll hinzu. Etwa jeder  zwanzigste Fisch aus der Nordsse hat Rückstände vom Plastik in sich. So gelangt dieser vom Menschen verursachte Müll in den eigenen Nahrungskreislauf. Den Kindern gibt es zu denken, was alles im Netz an Unrat hängt. „Wo kommt denn der ganze Müll her?“ möchte ein Kind wissen. „Von Land und auch von Schiffen“ weiß der Experte zu berichten. Als der Kutter wieder Kurs auf den Heimathafen nimmt darf, wer möchte, darf die in Meerwasser gekochten Krabben pulen und an Bord verspeisen. Bei den heutigen Preisen für die Nordseegarnele ist diese Fahrt deshalb ein Schnäppchen.

 

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