Floßfahrt mit Kindern: Wasser hat doch Balken!

Wer sich einmal wie Tom Sawyer in Mark Twains Buch „Huckleberry Finn“ fühlen möchte, der unternimmt mit den Kindern eine Floßfahrt. Im Gegensatz zu einer Kanufahrt schippert Ihr dabei deutlich langsamer dahin, doch die Floßgassen sorgen für spannende und spritzige Augenblicke. Wir stellen Euch vor, wo Ihr mit dem Floß als Familie unterwegs sein könnt.

„Fahrn ma auf Minga mit an Floß, des geht vui schneller wia mi´m Ross“ so lautet die Strophe von einem alten bayerischen Volkslied. Auf der Isar mit dem Floß zu fahren ist bekannt, doch es gibt Alternativen dazu. Der fränkische Mississippi ist der Main. An diesem Fluß verläuft der bekannte und beliebte Radweg. Hier wächst der Frankenwein und am 1. Mai stechen hier die Flöße in See. In der Mainau legen das wuchtige 36. Tonnen Floß ab. Kinder bis fünf Jahren sind kostenlos an Bord. Outdoorkids von sechs bis zwölf Jahren zahlen zehn Euro und Erwachsene 20 Euro. Dafür seid Ihr 2 1/2 Stunden auf dem Main unterwegs. Früher hatte der Fluß eine große Bedeutung für die Holzwirtschaft. Sicher und vor allem günstig kamen die im Frankenwald geschlagenen Baumstämme so in die Städte. Wie vor vielen Generationen fährt das Föoß bei der Stadt Lichtenfels los. Fränkisch deftig ist das Essen an Bord und gemütlich geht es auf dem Main dahin. Dieser ist aufgestaut und kein Kind bekommt die Seekrankheit, weil das Floß zu sehr schwankt. Unterwegs gibt es am Ufer das Kloster Banz zu sehen sowie die beeindruckende Basilika Vierzehnheilige.

Floßfahrt mit Kindern im Frankenwald: Auf der Wilden Rodach beim Wasserrodeo


Ein Floßfahrt auf der Wilden Rodach im Frankenwald ist für die Kinder ein kaum zu vergessendes Abenteuer.
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Über 800 Jahre lang fuhren mutige und kräftige Männer mit den Flößen vom Frankenwald auf der Wilden Rodach. Dieser Fluß im Frankenwald trägt seinen Namen zurecht. Was heute ein Vergnügen ist, endete zur Zeit der Flößer manchmal mit schweren Verletzungen oder gar tödlich. Jugendlich mit 15 Jahren arbeiteten damals als Flößer. Eine gefährliche Knochenarbeit. Weil im 19. Jahrhundert wegen der Industrialisierung das Holz begehrt gewesen ist, fuhren immer wieder die Flößer aus dem Frankenwald los. Bis nach Amsterdam kamen manche um dort die Baumstämme abzuliefern. In Unterrodach gibt es ein sehenswertes Museum zu Ehren der Flößer. Während die Floßherren es zu beachtlichen Reichtum brachten, deren Häuser zeugen heute noch davon, reichte es den einfachen Arbeitern auf den Flößen kaum zum Überleben. Empfehlenswert ist im Frankenwald der Flößerweg. Von der Quelle der Wilden Rodach geht es bis ins Rodachtal. Im Ort Wallenfels legten früher die meisten Flößer ab zu ihrer gefährlichen Fahrt. Wenn Ihr bei einer Floßfahrt auf der Rodach mitmacht, dann muss Euch eines klar sein: Trocken kommt hier niemand durch, deshalb braucht Ihr Wechselwäsche. Die Rodach hat aus einem guten Grund den Titel „Wilde“. Auf einem Floß mit 25 Personen schüttelt es Euch durch wie auf einem Rodeo Bronco.  Los geht es, ein guter Wasserstand vorausgesetzt Mitte Mai.Wenn die Wilde Rodach genug Wasser führt, könnt Ihr bis Mitte September immer am Samstag Euch diesen wilden Ritt durchs kalte Wasser gönnen.Um die fünf Kilometer ist die Fahrt auf dem Fluß im Frankenwald lang und bleibt den Outdoorkids lange in Erinnerung. Bei Hochwasser oder wenn es zu lange sehr heiß gewesen ist, fällt die Flößerei leider aus. Besonders spannend ist es, wenn sich die Flöße durch das wilde Wasser bei einem Wehr schieben. Hier sind die beiden Experten an den Rudern gefordert. Mit viel Kraft und Geschick lenken sie das schwerfällige Floß in die Strömung. Was die Ausflügler hier erleben ist kein Touristenhalligalli. Die Frankenwälder versuchen mit diesen Fahrten an die lange Tradition in ihrer Heimat aktiv zu erinnern. Bei den meisten Flößern oder Wehrsetzer sind schon die Vorfahren diesen harten Berufen nachgegangen. 1977, also vor vierzig Jahren, lebte in Wallenfels diese Tradition des Flößens wieder auf.

 

 

 

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