Berghütten für Familien: Klein, fein und wunderbar ist das Rifugio Enrico Rossi

Ihr wollt auf einer besonderen Berghütte übernachten? Wandert doch mit den Kindern im Garfagnana Tal hinauf zum Rifugio Enrico Rossi. In den apuanischen Alpen liegt diese urige Hütte und von dort bieten sich einfache Touren an. Außerdem seid Ihr in einer ungewöhnlichen Landschaft von Italien unterwegs.

„Wie in den schottischen Highlands!“ sagt eine Mutter als sie auf dem schmalen Pfad steht und hinauf zum Rifugio Enrico Rossi sieht. Tatsächlich erinnert diese rauhe Landschaft mehr an Schottland als an die Toskana. Weite mit Gras überwachsene Hügel und Berge aus denen die kahlen Felsen herausstehen. Wie im hohen Norden der britischen Insel kann auch hier von Massentourismus keine Rede sein. Auch wenn es für viele Erwachsene kaum zu glauben ist: Das Garfagnana Tal gehört zur Toskana. Diese Gebirgsregion, sie ist auch bekannt für ihre Kastanienwälder, ist ein Teil der Provinz Lucca. Bei der Toskana denken die Meisten an sanfte Hügel, auf denen die markanten Pinien wachsen. Verstreut liegen dort malerische Herrschaftssitze aus dem Mittelalter. Eine Landschaft wie ein Gemälde von einem alten italienischen Meisters. Anders ist es im Garfagnana Tal. Berge und Wälder prägen das Bild. Wehrhafte Burgen zeigen auch an, wie wichtig diese Region zwischen dem Apennin und den Apulischen Alpen einmal gewesen ist. Im Mittelalter herrschte hier die Familie Este. Heute gehört das Tal eher zu den stilleren Gegenden der Toskana. Für alle die den Kindern einmal das Abenteuer einer Hüttenübernachtung gönnen wollen, gibt es hier ein lohnendes Ziel: Das Rifugio Enrico Rossi.

Übernachtung mit Kindern auf einer Berghütte: Italienisches Essen schmeckt immer

Der Vorteil an dieser Hütte ist, das sie auf 1.608 Metern liegt und es auf dem Weg dorthin, an keiner Stelle Absturzgefahr besteht. Auf einer typischen italienischen Bergstraße, eng und kurvig wie ein Ferrari, geht es hinauf zum Dorf Rontano. Dahinter befindet sich ein Wanderparkplatz, für den Ihr zahlen müsst. Hier überprüfen die fleißigen Gemeindeangestellten regelmäßig die Windschutzscheiben und stellen „Knöllchen“ aus. Wer will so eines schon als Souvenir haben? Folgt dem gut ausgeschilderten Weg Nummer 133 hinauf zur Alpe San Antonio. Über einen teilweisen groben Anstieg geht es durch den kühlen Bergwald hinauf. Immer wieder bekommt Ihr überwucherte Mauern von aufgegeben Gehöften und Häusern zu sehen. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Natur wieder zurückkommt. Mit dem Kinderwagen habt Ihr keine Chancen. Wenn Ihr kleinere Kinder dabei habt, dann nehmt eine Kindertrage mit. Hier in den Bergen vom Garfagnana Tal ist es deutlich und angenehm kühler als in Provinzhauptstadt Lucca. Auf Aussicht müsst Ihr bei diesem Abschnitt des Weges verzichten. Der Laubwald gibt keine Blicke in die Landschaft frei. Bald ist die Alpe San Antonio erreicht. Von ihren Weidegründen folgt Ihr den Wegweisern zur Berghütte. Nehmt nun den Weg mit der Nummer 138 und steigt weiter auf. Im Wald gibt es einen Abzweig nach rechts, diesen ignoriert Ihr bitte und wandert zu einer Kreuzung am Fuß vom Pania Secca. Wenn Ihr Euch hier links haltet wandert Ihr zur Grottorotondo. Hier gab es 1944 schwere Gefechte. Wir bleiben friedlich und halten uns rechts. Aus dem Wald raus gekommen, stehen wir plötzlich in einer völlig anderen Landschaft. Wenn der Wind vom Meer über den Bergsattel bläst, dann wiegen sich die langen Gräser sanft wie die Wellen hin und her. Kaum zu glauben, dass die Wanderer in Italien unterwegs sind. Nach wenigen hundert Metern führt ein steiler Weg, er trägt die Nummer 7, hinauf zum Rifugio Enrico Rossi. Nun steht Ihr unterhalb des Sattels Omo Morto. Er verläuft vom Pania Secca hinüber zur Berghütte. Mit etwas Glück bekommt Ihr Mufflons, Hirsche oder Rehe zu sehen. Auch Adler kreisen über Euch am Himmel. Wunderbare Fernblicke habt Ihr von dort und die Kinder sehen an der italienischen Fahne bereits das Ziel. Noch einmal aktivieren sie ihre Energie und steigen weiter auf. Wenn Ihr mit der Familie auf der Hütte, sie ist außen und innen urig, übernachten wollt, nehmt bitte Schlafsäcke mit. Solche gibt es aber auch dort zu kaufen. 22 Schlafplätze sind vorhanden und es erwartet Euch eine Nacht in einer ursprünglichen Hütte. Ab Mitte Juni bis Mitte September ist die Hütte bewirtschaftet. Von den Bergen um das Refugio Enrico Rossi gibt es den Golf von La Spezia oder auch Korsika zu sehen. Alleine für diese Sicht lohnt sich der Aufstieg. Das Essen auf der Hütte ist einfach, aber schmeckt der ganzen Familie. Wenn die Sonne über dem Garfagnana Tal untergeht, dann schlafen die Kinder auf der Berghütte wie die Murmeltiere ein. Der Tag hatte es wohl in sich!

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