Bergseen: Wandern mit Kindern zum Baden vor einer Gipfelkulisse

Kieselsteine statt gerippten Kacheln. Forellen im klaren Wasser und kein Chlorgeruch in der Nase. Ein Ausblick auf schroffe Gipfel und kein matten Fenster. Das alles erwartet die Wanderer, wenn sie mit den Kindern zu einem Bergsee gehen um dort zu baden. Wir stellen Euch Seen in Bayern, Südtirol und Italien vor, die sich lohnen dorthin mit den Outdoorkids aufzusteigen.

„Uuuuuuuuuuuu ist das kalt!“ höre ich ein Kind schreien. Es steht bis zu den Knien. Da meint mein Begleiter „Siehst Du, ich sags doch: Das ist der Uuuuuuuuuuuuuu-See!“ Tatsächlich stehen wir am Seealpsee. Dieser liegt am Nebelhorn im Allgäu. Selbst im Hochsommer ist dessen Wasser erfrischend und zwingt auch harte Bergfexe dazu, sich nur ein paar Minuten abzukühlen. Das Tolle an diesem Bergsee: Ihr könnt für die Kinder wandern und fahren mit der Seilbahn perfekt kombinieren. Alle die Kinder mit einer starken Kondition haben steigen von Oberstdorf aus auf. Am Skisprungstadion vorbei und die Rodelbahn bis zum Edmund Probst Haus vom DAV bergan gehen. Unterwegs gibt es steile Passagen an denen Trekkingstöcke hilfreich sind. Wer es gemütlicher will, fährt mit der Seilbahn das Fellhorn bis zur Station Höfatsblick. Von hier sind es nur wenige Meter bis zur Hütte. Folgt dem Weg zum Zeigersattel. Von dort habt Ihr einen wunderbaren Blick auf den Bergsee. Steigt zuerst zur Hinteren Seealpe ab. Diese ist bewirtschaftet und es lohnt sich mit den Kindern dort einzukehren. Steigt weiter zum Seealpsee ab, der vor Euch in einem grünen Kessel aus Weidegründen liegt. Ihr kommt an der Fischerhütte vorbei und am Ufer angekommen, heißt es tapfer sein. Das Wasser ist so kalt wie der Bohrer von einem Zahnarzt. Den meisten reicht es vollkommen aus, kurz den großen Zeh hineinzuhalten. Es ist hilfreich wenn sich von Euch jemand mit Erfrierungen auskennt. Beim Seealpsee stößt auch ein Neoprenanzug an seine Grenzen. Auf dem gleichen Weg geht es von diesem frischen Gewässer zurück. Der Abstieg über den Gleitweg und der alternative Rückweg über das Oytal kann manche Kinder überfordern.

Wandern mit Kindern in Südtirol: Der Antholzer See ist gar so sche!

Fernsehsportler kennen Antholz. „Biathlon“ entfährt den Zeitgenossen mit der festgewachsenen Fernbediendung. Der Weltcup der Skijäger gehört zu Antholz, wie die drei Zinnen zu Südtirol. Im Winter knallt es an den Ufern von diesem Bergsee. Das Biathlonzentrum ist hier und die Athleten trainieren fleißig. Im Sommer zieht der Antholzer See die Familien an. Immerhin ist dieses Gewässer auf Rang drei was die größten Seen von Südtirol angeht. An seinem Ufer verläuft ein angelegter Erlebnispfad. Hier dürfen die Kinder an verschiedenen Mitmachstationen Baumzapfen werfen oder die Pflanzen genauer ansehen. Kurzweilig ist dieser angelegte Pfad und Ihr seid gemütlich ungefähr 90 Minuten unterwegs. Im Hochsommer gibt es für die Kinder nur noch eines: Rein in den Bergsee. Auch hier halten es die kleinen Schwimmer deutlich länger aus, wenn sie einen Neoprenanzug dabei haben.

Warm ohne Heizung: Wandern, Klettersteig und baden am Idrosee

Wer sich ins Hinterland vom Gardasee wagt, der hält sich Richtung Westen und kommt an den Idrosee. Was für Familien ein Argument ist, dorthin zu fahren ist die Temperatur vom Wasser: Im Augsut kann der Idrosee bis zu 24 Grad warm sein. Das schafft manches kommunale Hallenbad trotz Subventionen nicht. Bei Bondone gibt es einen Klettersteig, der für Anfänger und Familien ideal ist. Über dem Wasser verläuft die Via Ferrata Sasse. Am Stahlseil eingeklinkt geht es flott dahin. Dank Trittbügel kommen die Kinder auch über steilere Passagen hinweg. Ein Höhepunkt von dieser Tour ist die Tibetbrücke. Da ist manchen Erwachsenen mulmig. Nach dem Klettersteig müssen sich die kleinen und großen Alpinisten abkühlen. Zu den saubersten Seen von Italien gehört dieses Gewässer und hier lässt sich unbedenklich baden.

 

 

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