Wandern mit Kindern: Zur Königsbachalm am Jenner

Wandern mit Kindern am Köngissee lässt Euch die Jennerbahn und das Ausflugsschiff miteinander kombinieren: Wo geht das schon? Es lohnt sich mit den Kindern zur Königsbachalm zu wandern und wenn Ihr leise seid und ein bißchen Glück habt, dann bekommt Ihr auch Murmeltiere zu sehen.

„Liaber guat gfahrn, als schlecht ganga!“ (übersetzt: Lieber gut gefahren, als schlecht gegangen!) Diesen spruch hörte ich einmal am Jenner. Ein älteres Ehepaar gondelte mit der Jennerbahn bis zur Mittelstation und ging von dort aus weiter zur Königsbachalm. Auch Ihr als Familien könnt Euch den Aufstieg sparen und fahrt erst einmal mit der Seilbahn vom Königssee hoch. Das spart Zeit, Kondition und Nerven. Der Weg ist sogar für den Kinderwagen, wenn er breite Reifen und Ihr starke Oberarme habt, geeignet. Nach der Mittelstation geht es an der Vogelhütte vorbei. Kurz darauf passiert Ihr das Jennerhaus. Es liegt links oberhalb vom Wanderweg. Kurz geht es durch den Wald und dann am Rand vom Forst weiter. Bei der Wassefallalm gabelt sich der Weg. Ihr haltet Euch links. Folgt dem gut ausgebauten Weg weiter bis zur Strubalm. Die Kinder könnt Ihr an dieser Stelle wunderbar beruhigen. Fast die Hälfte des Weges ist geschafft! Folgt dem Weg bis zu einer T-Kreuzung. Nehmt den linken Weg Hier steigt Ihr ein paar hundert Meter zur Königsbachalm ab.

 Wandern mit Kindern: Die Königsbachalm ist pure bayerische Idylle

Die Alm selbst besteht aus sieben Hütten, oder wie die Berchtesgadener sagen Kaser, und liegt wunderbar idyllisch. Vor dem Berggasthof weht gut sichtbar die bayerische Rautenfahne und die Königsbachalm wirkt, als wenn sie ein Marketingprofi für die Bierwerbung arrangiert hätte. Hier passt einfach alles, was sich ein Wanderer unter einer typischen bayerischen Alm vorstellt: Das karge Äußere, die Lage und das Essen. Gediegene bayerische Gastlichkeit erwartet einen im Inneren von diesem Gasthof. Hier setzt man auf traditionelle Almgerichte und auf Käse aus eigener Herstellung. Schließlich kommt die Milch dafür von den eigenen Kühen. Die Königsbachalm gehört, wie die höher gelegene Priesbergalm, zum Aschbachhof aus Schönau am Königssee. Ursprünglich standen auf der Königsbachalm acht Hütten. Der Hainzenkaser aus dem Jahr 1689 ist der älteste noch erhaltene Rundkaser in Bayern und deshalb kam er in das Freilichstmuseum Glenleiten. Der Aschbach Kaser steht auf dem Platz von einem früheren Rundkaser. In den 70er Jahren riss man den verfallenen Bau ab und errichtete die Berggaststätte. Im Rückgebäude ist die Almwirtschaft untergebracht, während sich im vorderen Teil die Gaststätte befindet. Eine Spezialität der Königsbachalm ist Handkäse. Aus eigener Milch hergestellt und in Öl sowie Kräutern eingelegt entfaltet er einen wunderbaren Geschmack. Seit 1975 kehren hier Wanderer ein und kommen immer wieder gerne herauf. Zurück geht es hinunter zur Schiffsanlegestelle Kessel oder auf dem Wanderweg zur Jennerbahn und von dort hinunter an den Königssee. Erkundigt Euch wann dort die Schiffe ablegen. Den Weg den Ihr mit den Kindern hinunter zur Schiffsanlegestelle Kessel wandert, haben die bayerischen Könige anlegen lassen. Mit viel Aufwand bauten Arbeiter diesen Weg für den Regenten und seine Begleiter bei der Hofjagd. Die Hofjagd ist mehr gewesen als nur nach Tieren zu pirschen und diese zu erlegen. Weil der bayerische König bei der Hofjagd nicht zu Fuß unterwegs gewesen ist, ritt er auf seinem Roß.  Hier am Königssee hatte der Regent aus München sein Leibgehege. Denkt bitte daran: Erst 1810 kam Berchtesgaden zum Königreich Bayern. Bereits ein Jahr darauf gingen die Reviere am Königssee und Watzmann an die Krone. Leibgehege nannte man diese, dem König vorbehaltenen Jagdgebiete. Als Prinzregent Luitpold das Königreich Bayern von 1886 bis 1912 regierte betrug das Leibgehege 15 % vom Staatsforst oder 130.000 Hektar. Das sind über 182.000 Fußballfelder. König Max II. und später der Prinzregent Luitpold liebten die Hofjagd in Berchtesgaden. Natürlich im Sattel. Ihr wandert mit den Kindern gemütlich runter zum Köngissee und schippert zurück zum Parkplatz. Wenn dann das Elektroschiff sanft losfährt und auf den Wellen ein wenig schaukelt, da bekommen die Kinder plötzlich so schwere Augenlider und schlafen ein. „Liaber guat gfahrn, als schlecht ganga!“

 

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