Wandern mit dem Kinderwagen: Vier Touren von der Ostsee bis nach Tirol

Wandern mit dem Kinderwagen ist für die Eltern und die ganz Kleinen ein Erlebnis. Wenn größere Geschwister dabei sind, dann ist es wichtig eine Tour zu finden, bei denen auch diese Kinder Interessantes entdecken können. Vier Touren von Laboe bis Serfaus-Fiss-Ladis stellen wir Euch heute vor.

Gemütlich sitzt das kleine Kind in seinem Wagen und lässt sich den frischen Seewind um die Nase pfeifen. Auf der Ostsee sind viele Segelboote unterwegs und die haben ihren bunten Spinnaker gesetzt. Fasziniert sehen die Kleinen diese bunten Vorsegel an. Der Fördewanderweg ist von Kiel bis Heikendorf ohne Stufen oder andere Hindernisse durchgängig auch mit dem Kinderwagen zu schaffen. Wer möchte schippert mit der Personenfähre nach Laboe. Dort gibt es an der Strandpromenade Spielplätze. Es lohnt sich mit dem Kinderwagen zur privaten Meeresbiologischen Station von Laboe zu wandern. Dort dürfen Kinder einen Seestern oder einen Krebs anfassen. Was sich sonst unter dem Wasser der Ostsee abspielt ist hier zu sehen. Ein lohnendes Ziel ist auch das Marine Ehrenmal. Von dem 85 Meter hohen Turm bietet sich ein grandioser Blick über die Förde. Mit dem Aufzug oder auf 341 Stufen geht es hinauf. Wer möchte kann auch an der Förde entlang nach Kiel zurückwandern. Die Höhenmeter spielen bei dieser Tour mit dem Kinderwagen keine Rolle.

Wandern mit Kinderwagen: Zum Filsursprung und der Scherteleshöhle

Auf der Schwäbischen Alb gibt es einige Wanderungen mit dem Kinderwagen, die auch in einem meiner Bücher nachzulesen sind. In Wiesensteig beginnt die Tour zum Ursprung des Flusses Fils. Fahrt durch den Ort und folgt dem Schild „Filsursprung“. Bei der ehemaligen Papiermühle ist ein großer Wanderparkplatz. Von dort immer an der jungen Fils entlang. Der Weg bis zu Ursprung ist 1,5 Kilometer kurz. Dort angekommen rastet Ihr in einer kleinen offenen Hütte und dahinter befindet sich eine Grillstelle. Wer noch Kraft in den Armen hat, der schiebt den Kinderwagen weiter zur Scherteleshöhle. Diese ist etwa drei Kilometer vom Filsursprung entfernt. Haltet Euch rechts den Berg hinauf. Oben angekommen ist die Scherteleshütte und die Höhle. Diese lohnt einen Besuch. Wer hier grillen möchte steigt den Hügel hinauf und beim Spielplatz ist ebenfalls eine idyllische Grillstelle. Dort macht Ihr mit den Kindern ein kleines Lagerfeuer und haltet auf angespitzten Stöcken die Würstl über die Flammen. Auf dem gleichen Weg kommt Ihr zurück zum Wanderparkplatz.

Wandern mit dem Kinderwagen: Ponys und Kühe im Röthelmoos

Zwischen Ruhpolding und dem Weitsee liegt die Röthelmoos Hochebene. Ein attraktives Ziel für Familien mit Ponys und Kühen auf der Weide. Auch mit einem geländegängigen Kinderwagen ist diese Tour zu schaffen.„Was ist denn das für ein Tor?“ Die Kinder stehen vor der historischen Triftklause am Eingang vom Röthelmoos. Allerdings handelt es sich hier um kein Eingangstor. Mit Hilfe von Wasserkraft ließen Holzknechte die gefällten Baumstämme ins Tal treiben. Beeindruckt sehen sich die Kinder dieses Bauwerk an. Aus dem Jahr 1750 ist dieses Stauwerk am Röthelmoos. Erfahrene Triftmeister errichteten aus Baumstämmen einen Damm. Dahinter staute sich das Wasser. Die Waldarbeiter schleppten die Baumstämme herbei und ließen sie in dem Stausee schwimmen. Lag genug Holz im Wasser, stach der Triftmeister den Damm an. Eine lebensgefährliche Arbeit. Nun brach der Triftdamm und das aufgestaute Wasser schob in einer Flutwelle die Holzmassen ins Tal. Unterwegs verkeilten sich die Stämme oder blieben am Ufer hängen. Nun kamen die Holzknechte mit den langen Triftstangen und versuchten es wieder zu lösen. Auch bei dieser gefährlichen Arbeit starben Waldarbeiter. Bevor wir zur Triftklause kommen, gehen wir in Urschlau los. Ein breiter Waldweg, der gut ausgeschildert ist, führt hinauf zum Röthelmoos. Wer hier den Kinderwagen hinaufschiebt braucht Muskeln in den Armen und Beinen. Bald passiert Ihr das Bergerlebniszentrum der Bayerischen Staatsforstverwaltung. Auf dem Forstweg geht es bergauf. Nach einigen Kurven ist die historische Triftklause und damit der Eingang zum Röthelmoos. Wenige hundert Meter weiter ist die Langerbauer Alm zu sehen. Die Kinder legen plötzlich einen Schritt zu. Der leckere Duft von frischem Kasierschmarrn liegt in der Luft. Vor der Alm weidet ein kleines Pony und die Kinder haben plötzlich keinen Hunger und Durst mehr. Sie stehen alle um dieses viel zu klein geratene Pony und streicheln es. Von den Sitzplätzen vor der Lagerbauer Alm sind der Gurnwandkopf und die Hörndlwand zu sehen. Auf der anderen Seit der Hochebene befindet sich die Dandlalm. Sie ist bekannt für ihre hausgemachten Kuchen. Wenn Ihr noch Kraft habt, dann wandert zum Weitsee. Von hier aus könnt Ihr auch mit dem Bus nach Ruhpolding fahren. Zuerst durchquert Ihr das eigentliche Röthelmoos. Ein wunderbares Hochmoor. Die Kinder bekommen hier Tiere und Pflanzen zu sehen, die mittlerweile leider selten sind. Auch die braunschwarze Farbe vom Wasser zeigt, dass wir uns hier in einem Moor befinden. Wir folgen dem Weg bis zum Ende vom Röthelmoos und steigen über das Wappbachtal zum Weitsee ab. Bitte passt dort auf, denn immer wieder kommen Mountainbiker von hinten angerast. Wer gegenseitig Rücksicht nimmt hat keine Probleme miteinander. Bleibt mit den Kindern am Wappbach stehen und beobachtet die glatten Steine. Immer wieder schwirrt ein kleiner Vogel von einer Seite des Ufers zum anderen. Ihr seid jetzt im Reich der Wasseramsel. Mit etwas Glück könnt Ihr auch sehen, wie dieser flotte Vogel immer wieder unter das Wasser taucht um dort kleine Insekten zu erbeuten. Kurvig geht es bergab zum Ende vom Wappbachtal. Ihr steht nun vor der B 305. Überquert diese und Ihr habt den Weitsee erreicht. Auf dem gleichen Weg geht es wieder zurück ins Röthelmoos.

Wandern mit dem Kinderwagen: Auf dem Panoramaweg zur Möseralm

In Tirol kommt Ihr auch mit dem Kinderwagen groß raus: Bei Serfaus-Fiss-Ladis gibt es einen gemütlichen Weg, der weder die Kinder noch die Anschieber oder Großeltern überfordert. Gut fünf Kilometer ist der Panoramaweg lang. Zuerst gondelt Ihr mit der Komperdellbahn bis zur Mittelstation auf 1.980 m hinauf. Dort folgt Ihr dem sehr gut beschilderten Weg zur Möseralm. Diese ist allerdings ein Rummelplatz in den Bergen über den die Meinungen auseinander gehen. Im Frühling wandert Ihr an blühenden Bergblumen der Serfauser Jochwiesen vorbei. Bald ist mit dem Kinderwagen der Königsleithewald erreicht. Wie ein Urwald wirkt der Rastwald mit seinen alten Bäumen. Kurz vor dem Ziel erwartet Euch der erste und nur kurze Anstieg von dieser Tour.  Die Möseralm mit ihren Attraktionen liegt vor Euch. Wer möchte kann dort einkehren und mit der Gondel ins Tal fahren oder wieder zurück zur Komperdell Mittelstation gehen.

 

 

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