Richtiges Verhalten in den Bergen: 10 Tipps für die Familientour

Richtiges Verhalten in den Bergen ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Doch wer sieht was freiwillige Helfer bei Aktionen an Müll in den Bergen aufsammeln, den wundert nichts mehr. Die Berge sind mehr als nur gewaltige Geländeformen aus Gestein. Hier leben Pflanzen, Tiere und Menschen. Ein empfindlicher und wertvoller Lebensraum den jeder schützen kann, wenn er sich in den Bergen richtig verhält. Unsere Tipps wollen Euch auch helfen gesund und entspannt von der Familientour wieder anzukommen.

Richtiges Verhalten in den Bergen sorgt für Sicherheit wenn Ihr mit den Kindern auf Tour seid und schützt die Natur.
foto (c) kinderoutdoor.de

Eine Zahnprothese und sogar ein Gießkanne fanden die fleißigen Helfer, als sie den Müll am Berg aufsammelten. Mehrere vollbepackte Säcke mit leeren Getränkedosen, Plastikverpackungen und anderen Unrat brachte ein Unimog der Forstverwaltung ins Tal. Zum richtigen Verhalten in Bergen gehört aber noch mehr, als nur seinen Müll wieder im Rucksack mitzunehmen. Wer sich falsch verhält, bringt sich und seine Familie in Gefahr. Wir haben für Euch zehn Tipps zusammengestellt.

Tipp 1 richtiges Verhalten in den Bergen: Gut geplant, ist gut gegangen

Bevor Ihr loswandert ist es sinnvoll den Wetterbericht von Eurer Region einzuholen. Ein Wärmegewitter in den Bergen ist alles andere als ein Spaß, den die Familie einmal erlebt haben muss. Orientiert Euch an der Kondition der Kinder. Wie lange können diese wandern, ohne an die Grenzen ihrer Kraft zu kommen? Nehmt eine Wanderkarte und Kompass zur Sicherheit mit. Dann ist die Orientierung gesichert. Seht nach, ob es auf der Wandertour auch Hütten gibt um dort einzukehren oder sich unterzustellen. Gebt dem Vermieter der Ferienwohnung bescheid wohin Ihr wandern wollt und wann Ihr wieder voraussichtlich zurück kommt. Sollte etwas schief gehen, kann dieser die Bergrettung verständigen.

Tipp 2 richtiges Verhalten in den Bergen: Optimale Ausrüstung für eine optimale Tour

„Viele Leute sagen,  Kinder brauchen keine atmungsaktiven Materialien in ihrer Outdoor-Ausrüstung. Ich denke, das ist eine sehr seltsame und zynische Betrachtungsweise über die  aktivste Bevölkerungsschicht auf diesem Planeten,“ sagt Maria Frykman Forsberg. Die Schwedin gründete das Kinderoutdoor Label Isbjörn of Sweden. Während manche Eltern in Hightech Materialien gekleidet unterwegs sind, müssen einige Kinder in zu großen/kleinen Wanderschuhen auf Tour gehen und haben eine gebrauchte Regenjacke an , die sie vor acht Jahren für den großen Bruder beim Kaffeeröster kauften. Wichtig ist, dass die ganze Familie optimal ausgerüstet ist. Dazu gehört auch ein gut gefülltes Erste-Hilfe-Set. Wie sagte mir einmal ein alter Bergfex:“ Mit dem Erste-Hilfe-Packerl ist es wie mit einer Regenjacke: Hast eine dabei, dann regnet es garantiert nicht. Hast Du aber keine eingepackt, dann schüttet es wie aus Eimern! “

Wenn Ihr ein Kind in der Kindertrage dabei habt, dann legt bitte regelmäßig Pausen ein.
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Tipp 3 richtiges Verhalten in den Bergen: Pausen und essen

Zwei Extreme beobachte ich immer wieder in den Bergen. Manche Eltern haben den Rucksack mehr als gut mit Essen und Trinken gefüllt. Vom Energieriegel bis hin zu diversen Süßigkeiten ist alles dabei. Limonade mit vier verschiedenen Geschmacksrichtungen. Andere wiederum haben außer einer Packung Taschentücher und einer Regenjacke einen nahezu leeren Rucksack dabei. Beides ist weniger optimal. Nehmt für Euch und die Kinder ausreichend Proviant mit. Bei einer Familientour lasst es gemütlich angehen und legt für die Outdoorkids entsprechend Pausen ein. Nehmt regelmäßig die ganz Kleinen aus der Kindertrage.

Tipp 4 richtiges Verhalten in den Bergen: Der Weg ist der Weg

Sicher habt Ihr das auch schon gesehen: Von einem offiziellen Wanderweg gehen etliche kleine Trampelpfade weg. Sogenannte „Abkürzer“. Da lassen sich ein paar Meter sparen. „Wenn es stark regnet, rauscht das Wasser über die Abkürzer und spült einen Teil vom Erdreich weg, das dann auf dem Wanderweg liegen bleibt!“ erklärte mir einmal ein Wanderwegewart. Mit solchen Abkürzungen fördern diese „schlauen“ Wanderer die Bodenerosion, nur um ein paar Sekunden früher an der Hütte oder auf der Alm zu sein. Da schüttelt selbst die Kuh den Kopf!

Wo geht´s weiter? Bleibt bitte auf den offiziellen Wegen.
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Tipp 5 richtiges Verhalten in den Bergen: Respektiert Schutzzonen

Habt Ihr den Bergen schon mal ein Auerhuhn oder ein Birkhuhn gesehen? Wenn ja, dann gratuliere ich Euch. Wenn nein, dann hat das seinen Grund. Diese Tiere sind in ihrem Bestand bedroht. Deshalb gibt es spezielle Schutzgebiete um Flora und Fauna sichere Rückzugsräume zu geben. Mit gut sichtbaren Schildern sind diese Schutzgebiete gekennzeichnet. Betretet diese bitte nicht. Blumen in den Bergen sind dort am schönsten und nicht in der Vase.

Tipp 6 richtiges Verhalten in den Bergen: Der Müll kommt wieder ins Tal

Von Deuter gibt es den praktischen Drecksack zu kaufen. In diesen orangen Beutel legt Ihr den Müll der bei Eurer Tour anfällt hinein. Im Tal könnt Ihr dann den Müll entsorgen. Das ist besser, als wenn die Plastikverpackungen und Getränkedosen die Berge verzieren. Außerdem geht 1 Eurp pro verkauften Drecksack an die Bergwaldoffensive.

Tipp 7 richtiges Verhalten in den Bergen: Mach hinter Dir das Gatter zu!

„Sei nicht dümmer als die Kuh, mach hinter Dir das Gatter zu!“ las ich auf einem Schild im Karwendel. Für die Sennerin oder den Senner ist es eine schwere Aufgabe entlaufenes Vieh wieder einzufangen, nur weil Wanderer oder Mountainbiker vergessen haben das Gatter zu schließen. Deshalb ersparen wir den Hirten diesen Ärger und machen hinter uns immer das Tor zu. Immer wieder gibt es von Unfällen zu lesen, weil Wanderer falsch mit Kühen umgegangen sind. Versucht diese Tiere wenn sie auf dem Wanderweg stehen nicht wegzuschieben oder mit dem Stock zu vertreiben. Umgeht die Kühe und sie nehmen Euch nicht auf die Hörner.

Zum richtigen Verhalten in den Bergen gehört es auch Schutzzonen zu respektieren.
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Tipp 8 richtiges Verhalten in den Bergen: Grillt zuhause

Im März 2011 brannte der Bergwald am Herzogstand beim Walchensee, weil zwei Wanderer dort grillen wollten. Das Feuer geriet außer Kontrolle und es sind über 150 Feuerwehrleute sowie vier Hubschrauber im Löscheinsatz gewesen. Um die 240.000 Euro Schaden entstanden durch diese wilde Grillaktion. Bei manchen Hütten gibt es Grillstellen und wenn Ihr diese benutzen dürft, dann könnt Ihr dort die Würstl oder das Fleisch grillen. Ansonsten tut das bitte zuhause.

Tipp 9 richtiges Verhalten in den Bergen: Keine spektakulären Einlagen mit Kindern

Immer wieder muss die Bergwacht zu Rettungseinsätzen ausrücken, weil manche Wanderer spontan das Abenteuer suchten. Da sehen am Vorbeigehen die Alpinisten einen Klettersteig. Sie sind zwar noch nie auf einem solchen unterwegs gewesen und haben auch keine Klettersteigausrüstung dabei, trotzdem ziehen sie sich am Stahlseil hoch. Weil es so gut geht, noch mal zehn Meter und nochmal. Plötzlich sehen die spontan Kletterer nach unten und jetzt ist ihnen ziemlich mulmig im Bauch und die Knie sind weich wie Butter in der heißen Pfanne. Wie gut, dass es die Bergwacht gibt.

Tipp 10 richtiges Verhalten in den Bergen: Bleibt auf Sichtweite zu den Kindern

Manchmal wollen die Kinder beim Wandern vorauslaufen oder sind verärgert und trödeln einige Meter hinter den Eltern her. Bitte haltet mit den Kindern immer Sichtkontakt, damit es zu keinem Bergunfall kommt.

Bleibt mit den Kindern in den Bergen immer auf Sichtkontakt.
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