Bergsteigen mit Babys: Fünf Tipps für die ersten Wanderungen

Bergsteigen mit Babys, das hört sich zuerst einmal an wie Ananas Anbau in Schleswig-Holstein. Mit den Kleinsten ist es eine andere Art in den Bergen unterwegs zu sein. Beim Bergsteigen mit Babys gelten aber andere Regeln, damit Ihr weder Euch noch die Kleinen in Gefahr bringt. Wir haben fürnf Tipps für Euch, wenn Ihr zum ersten Mal mit den Knilchen in die Berge geht.

Mit einem geländegängigen Kinderwagen kommt Ihr gut auf ausgebauten Wanderwegen voran.
foto (c) kinderoutdoor.de

Im Juli 2014 wollte ein US amerikanischer Bergsteiger am Mont Blanc einen Rekord brechen und stieg mit seinen beiden  Kindern durch den Couloir du Goûter  hinauf. Diesen Abschnitt am Mont Blanc nennen Alpinisten auch auch den Todeskorridor. Eine Lawine riss die beiden Kinder, neun und elf Jahre, fort. Der Vater konnte sie noch im letzten Moment retten. Die ganze Aktion filmte der Bergsteiger und stellte sie online. Seine Motiviation für diese riskante Tour: Er wollte, dass sein Sohn der jüngste Alpinist sein sollte, der je auf dem Mont Blanc stand. Wie sich herausstellte fällt einem Zehnjährigen aus Groß-Britannien diese eher zweifelhafte Ehre zu. Es beginnt bereits bei den ganz Kleinen, die auch am Klettersteig oder beim Skifahren in der Kindertrage mit müssen. Leider blenden dabei die ambitionierten Eltern das Risiko für Erfrierungen oder andere Verletzungen bei einem Sturz aus. Dabei sind gemütliche und kurze Touren in den Bergen mit den Babys ungefährlicher und entspannend.

Bergsteigen mit Babys: Höher, weiter, schneller ist weniger schlau

Der überflüssige Jagd nach dem Rekord wer der jüngste Bergsteiger auf dem Mont Blanc ist, zeigt wie manche wenige Eltern die alpinen Risiken völlig ausblenden. Erfahrene Alpinisten akklimatisieren sich. Das gilt besonders für die Bergriesen im Himalaya wie auch für den Mont Blanc. Wie Kinder oder Babys auf derartige Höhen reagieren ist noch unerforscht, aber wenn schon erwachsene Alpinisten mit dem zurückgehenden Sauerstoffgehalt in der Luft zu kämpfen haben, wie muss es dann erst den Babys gehen? Deshalb: Bleibt in den niedrigen Lagen und wandert mit dem Kinderwagen auf Almen oder sucht Euch Panoramawege aus. Da geht weder Euch noch den Babys die Puste aus.

Bergsteigen mit Babys: Wann darf ein Kind in die Kindertrage?

Während mit dem Kinderwagen auf ruppigen oder schmalen Bergpfaden Schluss ist, kommen die Eltern mit einer Kindertrage hier weiter. Eine wichtige Frage, welche die Eltern beschäftigt: Ab wann dürfen Kinder dort Platz nehmen? Die renomierten Hersteller empfehlen alle, dass Kinder erst in die Trage kommen, wenn sie selbständig sitzen können. Das ist bei den meisten Kindern so mit etwa acht Monaten. Bitte denkt daran, es gibt Babys die sitzen bereits früher alleine und es gibt andere, die brauchen ein paar Wochen mehr bis es damit klappt.

Wer mit Babys in der Kindertrage wandert, sollte spätestens nach einer Stunde eine Pause einlegen und die Kleinen herausnehmen, damit sie sich bewegen können.
foto (c) kinderoutdoor.d

Bergsteigen mit Babys: Pausen statt sausen

Wenn die Knilche in der Kindertrage sitzen, sind sie in ihrer Bewegung eingeschränkt. Deshalb, das empfiehlt der Deutsche Alpenverein, ist es sinnvoll mindestens nach einer Stunde Wandern eine Pause einzulegen. Dann kommen die Babys aus der Kindertrage und dürfen krabbeln um die Umgebung zu entdecken.

Bergsteigen mit Babys: Creme statt Sonnenbrand

Auch das Sonnendach an der Kindertrage hilft wenig, wenn die Kinder keine schützende Sonnencreme auf der empfindlichen Haut haben. Deshalb empfiehlt Daniel Rintelmann von der Outdoor-Sport-Sonnenpflegemarke Mawaii: „Bei Kindern bis zu einem Alter von ca. 3 Jahren ist der hauteigene UV-Schutz noch nicht ausgebildet, und die Haut ist wesentlich empfindlicher. Andere Pflegestoffe und ein hoher bis sehr hoher LSF (30-50) sind deshalb notwendig. Allerdings sollten Kinder generell erst ab einem Jahr eingecremt werden, da die Haut bis dahin sehr dünn und durchlässig ist. Daher ist es wichtig, dass die ganz Kleinen in jedem Fall UV-Schutzbekleidung tragen und sich so viel wie möglich im Schatten aufhalten.“ Setzt den Kleinen auch eine Sonnenmütze auf um einen Sonnenstich zu verhindern.

Bergsteigen mit Babys: Die richtige Kleidung schützt

Wie bei einem Erwachsenen besteht auch bei Kleinkindern die Gefahr, dass sie sich in den Bergen auskühlen oder sich überhitzen. Beides kann schwere gesundheitliche Folgen haben. Deshalb gilt für die kleinsten Bergsteiger wie auch für Euch: Zieht Euch passend in den Bergen an.

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