Wandern mit Kindern zur Hündeleskopfhütte: Fleischlos glücklich

Wandern mit Kindern zur Hündeleskopfhütte bietet am Ziel eine Überraschung: Anstatt deftiger Würste oder Leberkäse kommen hier vegetarische Gerichte auf die Teller. Wer aber einmal das leckere Sennerbrot oder die Krautkrapfen gegessen hat, dem fehlt bei dieser Wanderung mit den Kindern im Allgäu garantiert kein Fleisch. Wer möchte kann auch noch von der Hündeleskopfhütte auf den Gipfel steigen.

„Oh Manno. Ich will nicht auf den Berg, ich möchte hier klettern!“ motzt ein Kind los, als die Familie zum Hündeleskopf bei Kappl aufsteigen will. Kein Wunder, die Alternative zum Aufstieg ist die Höllschlucht mit ihrem Waldseilgarten. Bevor Ihr die 45 Minuten Aufstieg auf Euch nehmt, seht bitte an der Anschlagtafel beim Parkplatz Pfronten-Kappel nach, ob die Hündeleskopfhütte geöffnet ist. Ist die Fahne vor der Hütte gehisst, diese ist von vielen Stellen aus zu sehen, dann ist sie bewirtschaftet. Der breite Wanderweg ist gut ausgeschildert. Wer keine Oberarme wie ein Schwergewichtsboxer hat, der lässt den Kinderwagen lieber stehen und nimmt stattdessen die Kindertrage mit. In weiten Kurven geht es bergauf. Zuerst wandert Ihr kurz mit den Kindern durch einen Wald. Anschließend geht es die meiste Zeit am Rand vom Forst entlang. Zum Schluss führt der Weg in einem weiten Bogen durch den Wald. Wer möchte kann auf den 1.199 m hohen Gipfel steigen. Allerdings ist dieser von Bäumen umgeben. Wer den Wald vor lauter Bäume kaum mehr sehen kann, der wandert nun weiter zur Hündeleskopfhütte. Hier ist die Aussicht doppelt gut. Zum einem schweift der Blick hinüber zum Eisenberg. Außerdem kommen hier auf dieser urigen Berghütte besonders leckere Brotzeiten auf die Tische. Alle ohne Fleisch.

Wandern mit Kindern zur Hündeleskopfhütte im Allgäu. Fleisch und Würste auf den Tellern vermisst hier niemand.
Foto ©Bayern.by-Gert Krautbauer

Wandern mit Kindern zur Hündeleskopfhütte: Stimmt die Qualität, stimmt der Geschmack

Silvia Beyer kümmert sich auf der Hütte um ihre Gäste. Es ist die erste und bisher einzige vegetarische Berghütte in den bayerischen Bergen. Folgt die Hüttenwirtin etwa einem Trend wie Paleo oder vegan? Aufgewachsen auf einem typischen Allgäuer Bauernhof mit 25 Milchkühen stand für Silvia Beyer die Arbeit auf dem Hof und die Liebe zur Natur und dem Tier schon immer an erster Stelle. Bereits mit zwölf Jahren hat sie sich entschieden, künftig auf Fleisch zu verzichten, genauso wie bereits ihre Großmutter und Mutter. Als sich die gebürtige Nesselwangerin selbstständig machte und die Hündeleskopfhütte pachtete, war klar: diese Lebensweise möchte sie ihren Besuchern nahebringen und ausschließlich vegetarisch kochen. Das Konzept der vegetarischen Berghütte und die traditionelle bayerische Küche schließen sich aber nicht aus, denn viele der typischen Allgäuer Gerichte sind ohnehin fleischlos. Die anfänglichen Zweifel der Einheimischen hat die Wirtin schnell aus dem Weg geräumt: viele Gäste kommen gerade wegen den vegetarischen Köstlichkeiten zu ihr auf die Hütte. Das Gemüse und Getreide bezieht Silvia Beyer von einem Demeterhof und Lieferanten, die sie gut kennt. Dabei ist sie überzeugt: „Wenn die Qualität stimmt, stimmt auch der Geschmack.“ Die meisten Gerichte sind Familienrezepte, die die Allgäuerin selbst zubereitet wie etwa den Dinkel-Vollkorn-Zopf. Die Hündeleskopfhütte hat das ganz Jahr über geöffnet. Jetzt im Frühling haben vor allem Familien die Möglichkeit, eine Wanderung mit Einkehr in die Berghütte zu verbinden, denn der Aufstieg ist auch mit dem Kinderwagen bequem zu bewältigen – das Gipfelkreuz immer im Blick. Schachabende, Alphornblasen oder Auftritte von Musikergruppen bringen Abwechslung auf die Hütte und locken Gäste aus Nah und Fern. Für diese Gäste hat Silvia Beyer auch abseits ihrer Hütte jede Menge Freizeittipps. „Bei uns im Allgäu kann man eigentlich alles machen. Wir haben die Seen und die Berge. Wir haben schöne Thermen und Saunen in der Gegend. Besonders zu empfehlen ist die Königliche Kristall Therme in Schwangau und die Sauna im ABC- Bad in Nesselwang“, so die Allgäuerin mit Herz. Wer auf Natur setzt, dem bieten zahlreiche Wander- und Mountainbike-Routen wie etwa das Weitwanderwegenetz „Wandertrilogie Allgäu“ Möglichkeiten, die Region zu erkunden. Etwas entspannter aber nicht weniger imposant ist eine Radl- oder E-Bike-Tour um einen der vielen Seen rund um Pfronten wie etwa der kleine Alpsee, der Hopfen- oder Weißensee. Ob nun die höchstgelegene Brauerei Deutschlands auf dem Grünten im Oberallgäu, ein Kuhschellenschmied und Yogalehrer in Pfronten oder eben die erste vegetarische Berghütte Bayerns – im Allgäu gibt es viele traditionell andere Geschichten zu entdecken und erzählen. Auch von der ersten und einzigen vegetarischen Berghütte Bayerns.

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