Rodeln mit Kindern: Auf zwei Kufen von der Kühroint runter

Rodeln mit Kindern in den Bayerischen Alpen, da lässt sich eine lohnende Wanderung mit einer flotten Schlittenfahrt verbinden. Ein weiterer Grund auf die verschneite Kühroint zu steigen ist der Ausblick über den winterlichen Königssee. Vom Fuß des Watzmanns rodeln wir mit Kindern wieder ins Tal.

„Watzmann, Watzmann Schicksalsberg! Du bist so groß und I nur a Zwerg!“ Heißt es im gleichnamigen Rustikal vom österreichischen Liedermacher Wolfgang Ambros. Eine wunderbare musikalische Gaudi. Fast so lustig wie das Rodeln mit Kindern von der Kühroint runter. Doch die Stimmung schlug an diesem sonnigen Wintertag in den Berchtesgadener Bergen beinahe um. Packt entsprechend Verpflegung ein, denn die Kühroint Hütte ist von Mai bis Oktober geöffnet. Unterwegs passiert Ihr auch die Schapbach Alm, doch diese ist im Winter ebenfalls geschlossen. Von zwei Startpunkten aus könnt Ihr aufsteigen: Entweder vom Parkplatz Wimbachbrücke oder von Hammerstiel aus. Der Weg hinauf zur Kühroint ist von beiden Wanderparkplätzen gut beschildert. Auf einem breiten Forstweg geht es bergan. Dort merkt Ihr schon bald, auf der Rodelstrecke sind hin und wieder Autos unterwegs. Der Grund dafür liegt nur wenige Meter von der Kühroint Hütte entfernt: Dort steht eine Berghütte der Bundespolizei, die dort ihre Beamten ausbildet. Passt deshalb entsprechend beim Rodeln mti den Kindern auf. Moderat steigt Ihr bergauf. Immer wieder bietet sich ein Blick auf den Watzmann. Die Kinder freuen sich gewiss, wenn Ihr ihnen die Sage erzählt, wie dieser markante Berg in Berchtesgaden entstanden ist.

Rodeln mit Kindern: Der wahrscheinliche schönste Aussichtspunkt über den Königssee

Den Weg, welchen Ihr zur Kühroint aufsteigt, rodelt Ihr später runter. Das Wort Kühroint lässt sich einfach erklären: Roint bedeutet übersetzt „gerodete Waldfläche“. Hier oben am Fuß vom Watzmann weideten freie Bauern ihr Vieh. 1850 standen auf der Kühroint fünf Kaser, so nennt man in Berchtesgaden die Almhütten, und 105 Rinder weideten dort. Bis auf einen Bauern aus Bischofswiesen trieben damals nur Landwirte aus Ramsau ihr Vieh herauf. Wie schwer der Almbetrieb ist, zeigen die Zahlen der dort weidenden Tiere: Kamen 1928 noch 35 Rinder auf die Kühroint, sind es 1953 nur noch zwei Kühe gewesen. In weiten Serpentinen geht es nun dem Ziel entgegen. Die Kinder haben von dem Aufstieg, er dauert um die zwei Stunden, langsam genug. Nur schwer sind sie zum Weitergehen zu bewegen. Hin und wieder begegneten wir einem Fahrzeug der Bundespolizei. Wer nicht mit so einem Dienstfahrzeug zusammenstoßen will, passt bitte bei der Abfahrt entsprechend auf. Endlich sind wir auf der Kühroint (1.420 m) angekommen. Hier lohnt sich ein Abstecher von wenigen hundert Meter zur Archenkanzel (1.346 m). Von dort aus habt Ihr einen Postkartenblick über den winterlichen Königssee. Mit Schnee an den Hängen wirkt er wie ein norwegischer Fjord. Ein paar Minuten zurück zur Kühroint gehen und rauf auf die Schlitten. Wir rodeln jetzt mit den Kindern runter ins Tal. Das geht deutlich flotter als beim Aufstieg. Die Abfahrt selbst ist vom Niveau her leicht. Ihr habt viel Platz, die Kurven sind weit und Ihr könnt die Strecke immer gut einsehen. Mit Karacho geht es runter vom Watzmann, dem alten Schicksalsberg.

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