Wandern mit Kindern in Liechtenstein: Route 66 für alle

Legendär ist die Route 66. In den USA, aber auch im Fürstentum Liechtenstein. Dem Wanderweg mit der Nummer 66 folgen und den wohl schönsten Panoramaweg in diesem Teil der Alpen genießen. Auf dem 48 Kilometer langen Weg gibt es urige Berghütten zum Übernachten. Wer mit den Kindern auf der Route 66 wandern will, der muss trittsicher sein und die Kleinen anseilen.

In Ruggel kommen nach drei Tagen die Wanderer wieder an. Braungebrannt und die Rucksäcke voller unvergesslicher Eindrücke. „Der Fürstensteig ist pures Abenteuer!“ schwärmt ein Teenager und rückt sich seine Schirmmütze zurecht. Im Fürstentum Liechtenstein gibt es mehr als 400 Kilometer Wanderwege. Diese sind akurat ausgeschildert und instandgehalten. Durch den wildesten Teil des Landes führt aber die Route 66. Los geht es in Malbun, dem einzigen Wintersportort von Liechtenstein. Hier folgen die Wanderer dem Fürstin-Gina-Steig. Die Namensgeberin ist die Mutter des regierenden Fürsten Hans-Adam gewesen. Republikaner haben es hier schwer. Dieser anspruchsvolle Steig führt auf den Mount Everest des Landes: Dem 2.369 m hohen Augstenberg.Immer wieder gibt es Stellen die ausgesetzt sind. „Hier musst Du die Kinder anseilen!“ stellt ein Einheimischer fest, der mit seiner Tochter durch ein  Seil verbunden ist. Alleine dieser Gratweg ist ein Abenteuer für sich und nur für bergerfahrene Familien. Eltern die keine roten Ohren bekommen wollen, haben am besten ein Buch zum Bestimmen von Alpenblumen dabei. Denn auf dem Weg zum Gipfel wachsen Enziane, Edelweiß, Alpenrosen und viele andere zarte blühenden Schönheiten. „Hier musst Du einfach einmal gewesen sein!“ findet der einheimische Vater, als er mit der angeseilten Tochter das wuchtige Gipfelkreuz erreicht. Der Ausblick von hier ist phänomenal.

Wandern mit Kindern in Liechtenstein: Erste Hüttenübernachtung

Irgendwann muss jeder Alpinist von so einem aussichtsreichen Gipfel wie dem Augstenberg absteigen. Wieder führt ein Gratweg hinunter. Auch hier ist es besser die Kinder anzuseilen „Ich bin doch nicht Omas Dackel!“protestiert ein Kind und bindet sich dann doch ein. Steil ist dieser Weg hinunter zur Pfälzerhütte und fordert der Bergsteiger. Besonders gefährliche Passagen sind mit Seilen abgesichert. Gut 200 Höhenmeter tiefer angekommen ist die Pfälzer Hütte erreicht. Sie ist von etwa Mitte Juni bis Mitte/Ende Oktober dauernd geöffnet. Die Wanderer essen deftig zu Abend und bald kehrt Ruhe ein. Am nächsten Tag ist Schwindelfreiheit wichtig. Über die Sücka geht es hinauf zu einem Grat. Hier verläuft der Fürstensteig. Seit 1898 gibt es diesen spektakulären Weg mit beeindruckenden Tiefblicken. Nun stehen die Wanderer vor einer legendären Bergkette im Rätikon: Die drei Schwestern. Je nach Dorf oder Region varriiert die Sage um diesen markanten Berge: Drei Schwestern gingen am Sonntag nicht in die heilige Messe und Schwups verwandelte der liebe Gott die drei liederlichen Schwestern in Berge. „Nur gut, dass der Herr im Himmel heutzutage ein Auge zudrückt, sonst würde ich auch als Gipfel hier stehen!“ scherzt ein Bergsteiger. Eine Aussicht der Extraklasse auf´s Rätikon, die Schweizer Alpen und die Gipfel von Vorarlberg bietet der Kuhgrat mit seinen 2.123 m. Von hier gehts runter zur Gafadura Hütte. Hier beginnt die Saison im Frühjahr und endet Mitte Oktober. Die zweite Nacht verbrinden die Wanderer dort.

Ab ins Tal zum absoluten Tiefpunkt

Gemütlich endet die Route 66 in Liechtenstein am dritten Tag. Es geht zurück ins Tal. Über Nendeln und Mauren gelangen die Wanderer immer bergab gehend nach Schellenberg. Wer möchte kann von dort nach Ruggel wandern. Dem tiefsten Punkt des Fürstentums und dem Ende der legendären Route 66.
 
 

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