Schneeschuhwandern mit Kindern im Allgäu: Auf die Riedholzer Kugel

Schneeschuhwandern mit Kindern hat weniger mit möglichst vielen Höhenmetern zu tun, sondern braucht einen gewissen Erlebnisfaktor. Wichtig ist bei einer solchen Familientour mit Schneeschuhen, die Kinder keinesfalls zu überfordern. Dann vergeht den Outdoorkids der Spaß für die nächsten Monate. Bei unserer gemütlichen Tour auf die Riedholzer Kugel besteht diese Gefahr keinesfalls. Wer möchte und genug Kraft hat, der nimmt zu dieser Tour einen Schlitten mit.

 

„Riedholzer Kugel? Wo soll die denn schon wieder sein?“ meint ein guter Bergkamerad zu mir und sieht mich fragend an. „Das wird schon wieder so ein Bergerl sein, dass Du da ausgesucht hast!“ Zugegeben mit Bergerl liegt der erfahren Alpinist ganz richtig. Die „Kugel“ so sagen die Einheimischen dazu, ist 1.o69 Meter hoch. Für einen der in den Bayerischen Alpen lebt ist die Kugel 1.069 Meter flach. Trotzdem bietet dieser Berg drei Faktoren, weswegen er ideal für Familien ist: Bei halbwegs guten Wetter haben die Wanderer mit den Schneeschuhen einen traumhaften Blick in den Bregenzer Wald. Die Höhenmeter halten sich in Grenzen und ebenso die Weglänge. Außerdem besteht die Möglichkeit den Schlitten mit zunehmen und den Rückweg hinunter zu brettern. Auf geht es in eine Gegend vom Allgäu, die eigentlich für diese bayerische Region untypisch ist. Leicht Hügelig und mit weiten Wiesen durchzogen. Diese sind im Winter eine wunderbare, verschneite glitzernde Fläche.

Schneeschuhwandern mit Kindern im Allgäu: Wir geben uns die Kugel

Am Parkplatz vom Iberglift geht es los. Hier sind die Einheimischen unter sich. Dieser Skihügel ist für die wenigsten Touristen verlockend. Der große Lift ist immerhin 700 m lang. Über eine verschneite Wiese geht es an einem Lagerplatz für Holz vorbei. Dabei bewegen wir uns mit den Schneeschuhen parallel zum Eistobel. Ein wilde Flussschlucht deren Betreten im Winter, eigentlich, behördlich verboten ist. Auf diesem Weg oberhalb vom Tobel bleiben wir, bis die Brücke über den Fluss erreicht ist. Wer möchte kann rechts kurz auf die Brücke abbiegen und den verschneiten Eistobel mit seinen langen Eiszapfen an den Wänden der Schlucht betrachten. Die Wegweiser zeigen links zur Kugel und dem Weiler Hohenegg hinauf. Über einen Hohlweg gelangen wir mit den Schneeschuhen zu dem Ferienwohnheim. Wenn der Schnee an dieser Passage tief ist, verfluchen sich viele, weil sie den Schlitten mitgenommen haben. Dabei kommen sie sich vor, wie Scott auf dem Weg zum Südpol. Über eine Wiese mit Hanglage kommen wir nur von hinten auf die Bergstation vom Iberglift zumarschiert. Links weist uns ein Schil den Weg zum Gipfel der Kugel. Dieser liegt aber nicht frei, sondern ist von Bäumen bewachsen. Wer einen Schlitten dabei hat, der schnallt sich die Schneeschuhe auf den Rucksack und flitzt auf zwei Kufen hinunter ins Tal. Von dieser wilden Schlittenfahrt sind die Kinder auf jeden Fall begeistert. Die Plackerei den Schlitten bis auf die Kugel hinaufgezogen zu haben, lohnte sich auf jeden Fall.

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