Wandern mit Kindern: Über die Nagelfluhkette

Wandern mit Kindern und auf urigen Berghütten übernachten. Das gibt es bei der Überquerung der Nagelfluhkette. In drei Tagen schaffen es Kinder ab zwölf Jahren, die über eine entsprechende Kondition und Trittsicherheit verfügen,  vom Hochgrat bis zum Gipfel vom Mittag.

„Alles aus Herrgottsbeton!“ meint ein Allgäuer Bergsteiger und zeigt mit dem Trekkingstock auf die Nagelfluhkette vor ihm. Ein Wanderer aus dem nördlichen Deutschland hört dies und entgegnet:“Also auf mich wirkt das alles ganz natürlich!“ Hergottsbeton ist ein Sedimentgestein und sieht aus wie grober Waschbeton. Der Naturpark Nagelfluhkette zieht sich etwa 20 Kilometer vom westlichen Illertal bis zur Hörnerkette. Bei dieser Tour stehen einige Gipfel dem Programm. Gute Kondition und Trittsicherheit. Los geht die Tour an der Talstation der Hochgratbahn. Zuerst zur Unteren Lauchalpe wandern. An der 100-jährigen Eibe vorbei und links hinauf zum Hochgrat. Vorbei an der Oberen Lauchalpe und weiter bergauf steigen. Rechts geht es zum Staufner Haus ab. In dieser DAV Hütte auf 1.634 m ist die erste Übernachtung

Kinderoutdoor Tipp: Unbedingt die Käsespätzle im Staufner Haus essen. Christoph, der Hüttenwirt ist gelernter Koch und verwendet regionale Zutaten. Der Hittisauer Bergkäse gibt den Käsespätzle einen unglaublichen Geschmack!

Wandern mit Kindern: Der zweite Tag an der Nagelfluhkette

Am zweiten Tag der Tour geht es hinauf zur Bergstation der Hochgratbahn. Ws für ein steiler Anfang! Von dort führt ein mit Stahlseilen gesicherter Weg hinauf auf 1.834 m Höhe. Der höchste Punkt der Nagelfluhkette ist erreicht! Da gibt es nur eines: Die gigantische Aussicht genießen! Wenn das Wetter mitspielt sind die Zugspitze und der Großvenediger zu sehen! Weiter geht es auf dem steilen Kamm zum Rindalphorn. Es ist mit 1.822 m nur unwesentlich niedriger als der Gipfel vom Hochgrat. Der Weg führt steil zur Grünlesscharte hinunter. Sie ist eine Schlüsselstelle auf dieser Tour. Als nächster Gipfel folgt der Buralpkopf. Auch zehrt der Anstieg an den Kräften. Im Gegensatz zum Hochgrat kommen nur wenige Bergsteiger auf den Buralpkopf. Wer dort hinauf will, muss auch einen Grat überwinden, der allerdings gesichert ist. Moderat führt der Weg weiter zum dritten Gipfel an diesem Tag. Dem Sedererstuiben (1.737m). Hier ist es wichtig, dass sich die Alpinisten orientieren. Denn nur ein schmaler Pfad führt rechts hinauf zum Gipfel. Alle die diesen Abzweig übersehen, dürfen einen Umweg um den Berg gehen. Der Abstieg erfolgt über eine Scharte. Zur Alpe Gund abzweigen. Hier ist das Nachtlager am Fuße vom Sedererstuiben.

Kinderoutdoor Tipp: Für die Etappe am zweiten Tag genügend Essen und Trinken einpacken. Unterwegs besteht keine Möglichkeit zur Einkehr. Außer zur Inneren.

Wandern mit Kindern: Eine Leiter die beeindruckt!

Endspurt! Wobei es Bergsteiger eher ruhiger angehen lassen. Wem der Weg über die Nagelfluhkette am dritten Tag zu viel ist, wandert hinunter zur Alpe Mittelberg. Von dort ins Steigbachtal und weiter bis nach Immenstadt. All jene die diese Drei-Tages-Tour schaffen wollen, wandern von der Alpe Gund dem Wegweiser nach zum Stuiben. Wer nicht schwindelfrei ist, hat hier ein Problem. Der steilabfallende Weg ist mit Stahlseilen präpariert. Wer die Überquerung der Nagelfluhkette zu Ende bringen will, steigt der Beschilderung folgend zum Stuiben (1.794m) hinauf. Der Weg dorthin ist steil und teilweise auch mit Drahtseilen gesichert. Schwindelfreiheit ist wichtig! Auf einem Kamm wandern die Alpinisten weiter zum nächsten Gipfel des Tages: Der Steineberg (1.683 m). Am Gipfel müssen sich die Bergfexe entscheiden: Absteigen über eine 30 Meter lange Leiter oder über einen steilen Steig den Gifpel umkurven. Unten angelangt geht es weiter durch Bergwiesen zum vorletzten Gipfel der Tour: Dem Bärenköpfle. Noch eine kurze Etappe durch leichtes Gelände und der Gipfel vom Mittag ist erreicht. Von hier aus den Schildern hinunter ins Tal nach Immenstadt folgen. Die Nagelfluhkette ist überquert und der Herrgottsbeton hat gehalten.

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