Mecklenburg-Vorpommern: Eine echte Abenteuerreise für Paddler

 Mecklenburg-Vorpommern gilt als Paddler-Paradies. Vollkommen zu Recht. Mit dem Kanu lässt sich die Seenplatte spielerisch leicht entdecken und zaubert jedem ein Lächeln aufs Gesicht und ein Glitzern in die Augen. DANKE STEFFEN für Deinen Artikel!

 Wenn man wie wir – Steffen, Alex und Flo – hauptsächlich die Großstadt gewöhnt ist, träumt man oft davon einfach mal in die Natur zu entschwinden. Im Dezember des vergangenen Jahres haben wir uns deshalb spontan gesagt „Komm, wir fahren zum Paddeln an die Mecklenburgische Seenplatte“. Obwohl wir mit der Lahn und der Sieg tolle Flüsse vor der Tür haben, haben wir uns bewusst dazu entschieden an die bekannte Seenplatte zu fahren. Dort soll es schließlich wunderschön sein. Also, Unterkunft gebucht und Ende Juni diesen Jahres ging es los.

Nach zahlreichen Kilometern im stickigen Auto sind wir dann endlich an unserer Ausgangsbasis angekommen – an der Kanu-Mühle in Wesenberg, die von Peggy Sardonik und ihrem Team geleitet wird. Vorab muss man sagen, die Kanu-Mühle bietet den optimalen Ausgangspunkt um die Mecklenburgische Seenplatte zu erkundigen. Dort kann man entweder eine kleine Wohnung, ein Blockhaus oder ein Zimmer mieten und natürlich auch auf dem Zeltplatz mit dem eigenen Zelt stehen. Ich kann euch sagen – klasse. Alles war super organisiert, das Team war unglaublich nett und wir haben uns direkt sehr wohl gefühlt. Hier kann man Kajaks, Kanadier und auch Hausboote mieten. Alle Touren die von der Kanu-Mühle ausgehen, sind übrigens auch problemlos und entspannt mit Kind und Kegel zu bewältigen.

 Die ersten Meter auf dem Wasser

Am ersten Abend stand Grillen auf dem Speiseplan. Zum Einleben und zur Vorbereitung auf die Tour am nächsten Tag war das perfekt! Nach einer ruhigen und entspannten Nacht sollte es dann, nach einem tollen Paddlerfrühstück an der Kanu-Mühle, endlich losgehen. Die Boote, Schwimmwesten und eine Einweisung zu deren optimalen Nutzung haben wir bereits am Vorabend erhalten. Wir haben uns für die Schwaanhavel-Tour entschieden. Eine von vielen Touren, die das Team von der Kanu-Mühle für euch bereit hält. Sie war mit dem Schwierigkeitsgrad „einfach“ und einer Fahrtzeit von 3-4 Stunden angegeben. Die Beschreibung der Kanu-Mühle zur Tour lässt die Vorfreude steigen: „Erleben Sie das kleine Flüsschen Schwaanhavel. In seiner Naturbelassenheit mäandert es durch Erlenbruchwälder und Wiesen bis zum Plätinsee. Mit etwas Glück begegnen Sie Eisvogel, Fischadler oder Fischotter.“ Das klingt auf jeden Fall schon einmal sehr spannend. Mal sehen, ob unsere Erwartung auch erfüllt wird.

Vor Abfahrt wird schnell zur Sicherheit noch eine Regenjacke (ja, es war kein tolles Wetter in Sicht) und ein wasserdichten Sack für die Kamera gekauft und ab aufs Wasser. Für Alex und Flo war es das erste mal im Kanu und die beiden haben sich direkt sichtlich wohl gefühlt und ordentlich Gas gegeben. Es ist einfach ein tolles Gefühl durch das Wasser zu gleiten, die eigene Geschwindigkeit zu bestimmen und einfach nur die Natur zu genießen. Nachdem wir auf den ersten Metern erst einmal ein Gefühl fürs Wasser und die Technik entwickeln, steht auch schon das erste „Hindernis“ auf dem Plan. Die Schleuse Wesenberg. Für uns drei ist das neu. Es handelt sich um eine Ampelschleuse. Wie im Verkehr heißt es – stehen bei rot, paddeln und einfahren bei grün. Als wir vor der Schleuse stehen, steht die Ampel auf rot. Wir warten also und lassen erst einmal die Boote aus der Schleuse ausfahren. Danach geht es für uns los – doch stop! Wir werden noch einmal zurück geschickt, denn erst einmal haben die Motorboote Vorfahrt.

Gegenseitiges helfen gehört beim Paddeln dazu. Ein guter Einstieg ist alles.  Foto (c) Steffen P.

Gegenseitiges helfen gehört beim Paddeln dazu. Ein guter Einstieg ist alles.
Foto (c) Steffen P.

Wilde, unberührte Landschaften: Das ist die Mecklenburgische-Seenplatte Foto (c) Steffen P.

Wilde, unberührte Landschaften: Das ist die Mecklenburgische-Seenplatte
Foto (c) Steffen P.

Kopf einziehen oder die Brücke höher legen? Foto (c) Steffen P.

Kopf einziehen oder die Brücke höher legen?
Foto (c) Steffen P.

WoMo´s die schwimmen können? Wohnflösse sind auf der Mecklenburgischen-Seenplatte beliebt. Foto (c) Steffen P.

WoMo´s die schwimmen können? Wohnflösse sind auf der Mecklenburgischen-Seenplatte beliebt.
Foto (c) Steffen P.

Outdoorer-Stimmung pur!  Foto (c) Steffen P.

Outdoorer-Stimmung pur!
Foto (c) Steffen P.

Einmal in der Schleuse drin, ist alles ganz einfach. Wir halten uns an gelben Bügeln an der Seite der Schleuse fest, damit wir beim Absinken des Wassers immer wieder nachfassen können und nicht einfach zur Seite wegtreiben. Trotzdem ist es ein komisches Gefühl wenn man einfach immer weiter nach unten sinkt. Als das Wasser komplett abgelaufen ist öffnen sich die Tore und wir können nach den Motorbooten ausfahren. Jetzt heißt es erst einmal kurz rechts ran fahren. Jacken aus und Ärmel hochgekrempelt, denn der Wettergott hat ein Einsehen mit uns. Die Sonne kommt heraus und entfaltet ihre volle Juni-Kraft. Besser kann es nicht sein!

Atemberaubende Natur, Abenteuer pur

Jetzt geht es noch ein paar Meter auf der Havel weiter, bevor wir endlich rechts in den Arm der Schwaanhavel einbiegen. Ein Stück weitere Spaltet sich der Wasserarm noch einmal auf. Links Schwaanhavel, rechts Durchfahrt verboten! Schon auf den ersten Metern wird uns bewusst, dass die Beschreibung der Kanu-Müle zutreffen wird. Wir fahren auf die Abbiegung zu und begegnen erst einmal einem Schwan mit seinen Kleinen. Und dann biegen wir links in die Schwaanhavel. Jetzt beginnt das Abenteuer. Die Schwaanhavel ist ein kleiner, ruhiger Seitenarm, der uns einladend in Empfang nimmt. Wir sind alle drei überwältigt von der tollen Natur. Rechts und Links des Wassers wechseln sich „Urwald“, Wiesen und offen Wälder mit hohen Bäumen ab. Immer wieder gleitet der Blick in das Wasser und auf das Wasser. Die Flora und Fauna hier erschlägt einen regelrecht. Wir fahren an blühenden Seerosen vorbei, unter überhängenden Ästen hindurch und an ins Wasser ragenden Bäumen vorbei. Abenteuer pur. Immer wieder begegnen uns auch andere Kanufahrer, die auf dem Rückweg sind. Jetzt wird es ein ums andere Mal kniffelig. Die Schwaanhavel ist nämlich so eng, dass wir ganz schön manövrieren müssen. Es macht aber sichtlich Spaß. Auch auf dem Wasser begegnen uns noch ein paar knifflige stellen. Mal müssen wir durch extrem tief hängende Äste fahren, hier ist Kopf einziehen eingesagt und gutes Lenken erforderlich. Wirklich paddeln kann man an den Stellen nämlich nicht. Ein anderes Mal heißt es sogar zurück lehnen, denn mitten über der Schwaanhavel hängt ein Baum, quer über dem Fluss. Es ist aufregend. Trotzdem bleibt immer noch der Blick nach rechts und links, nach oben und unten. Wenn man sich die Zeit nimmt entdeckt man immer wieder Fische, die auf dem Boden der Schwaanhavel geduldig auf Beute warten. Viele Barsche schwimmen durch das Flüsschen.

Kurz bevor es dann auf den Plätimsee geht, fahren wir unter einen kleinen Holzbrücke hindurch. Jetzt wird das Wasser extrem flach, so dass wir immer wieder mit dem Paddel auf den Boden kommen. Nach der letzten Biegung, an der wir auf eine kleine Entenfamilie treffen, öffnet sich dann ein atemberaubender Blick für uns. Nach den engen Passagen auf der Schwaanhavel fahren wir auf den Plätinsee, der auf einmal eine unglaubliche Weite für uns darstellt. Der See ist rund herum mit Schilf und Gräsern bewachsen und ein Naturschutzgebiet. Wer die Tour verlängern möchte, kann von hier aus entlang der gelben Bojen (auf Grund des Naturschutzgebietes markieren sie die Fahrtstrecke für Wasserwanderer) auf dem See weiter nach Wustrow fahren.

Wir machen uns von hier aus auf den Heimweg, genießen noch einmal die Natur und freuen uns auf den Grillend an Peggys Kanu-Mühle!

 Mehr Infos unter:

Kontakt:

Kanu-Mühle Peggy Sardonik

Anschrift: Havelmühle 1

PLZ/Ort: 17255 Wesenberg

Tel: 039832 20350

Fax: 032121190274

www.kanu-muehle.de

info@kanu-muehle.de

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