Fünf geniale Berghütten für Familien in der Schweiz

Berghütten haben für Familien machmal einen großen Nachteil: Man muss lange aufsteigen und die Berghütten sind weniger auf Familien eingerichtet. Der Schweizer Alpen-Club verfügt über 152 Hütten mit 9.200 Übernachtungsmöglichkeiten. Auch gibt es spezielle SAC Berghütten die perfekt für Familien geeignet sind. Wir stellen Euch fünf davon vor.

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Berghütten vom SAC sind beliebt. Über 300.000 Übernachtungen verzeichneten diese in einem Jahr. Als Journalist und Buchautor, der beruflich viel in den Alpen unterwegs ist, habe ich fünf Berghütten in der Schweiz für Euch ausgesucht. Wichtig ist, dass diese Unterhünfte für Familien geeignet sind.

Was imposante Berge in der Schweiz angeht, ist das Wallis eine Nummer für sich. Bei Crans Montana befindet sich auf 2.209 m die SAC-Hütte Cabane des Violettes. Nur fünf Minuten dauert in leichtem Gelände von der Standseilbahn der Aufstieg. Da kommt niemand von der Familie ausser Puste. Dafür bietet sich Euch ein Blick der unvergesslich ist: Mehr als 250 Gipfel, davon 25 Viertausender bilden ein tolles Panorama. Für Outdoor Kids ist die Berghütte Cabane des Violettes ein Paradies: Hier können sie in einem alten Bewässerungskanal spielen und sich abkühlen. Mit ein wenig Geduld könnt Ihr Murmeltiere beobachten. Für alle die hoch hinauswollen ist in der Nähe ein Klettergarten.

Berghütten im Berner Oberland: Klassisch urig

Viele Wege sollen nach Rom führen. Nach meinen Erfahrungen führen viele Wege zu den Gletschern im Berner Oberland. Eine Hütte wie aus dem Prospekt ist die Doldenhornhütte. Oberhalb von Kandersteg bietet sie eine Menge alpiner Natur. Der Aufstieg dauert ungefähr 2 1/2 bis 3 Stunden. Geeignet ist der Weg für Kinder ab 8 Jahren, denn am sogenannten Bärentritt befindet sich eine Stelle die eine gewisse Bergerfahrung voraussetzt. Mit einem Drahtseil ist diese Passage gut gesichert. Anstatt eines Schwimmbades plantschen die Kinder in einem Gebirgsbach vor einer Traumkulisse. Ein perfektes Basislager für Bergwanderungen ist die Doldenhornhütte. Damit keine Langeweile am Abend aufkommt und das Smartphone mit den lustigen Filmchen ausgeschaltet bleiben kann, gibt es auf der Hütte Brettspiele.

Eine der vielen SAC Berghütten: Die Doldenhornberghütte. Foto: Hulla, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0

Eine der vielen SAC Berghütten: Die Doldenhornberghütte.
Foto: Hulla, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0

Mitten drin: Die Zentralschweiz

Wenn Ihr weniger auf abgeschiedene Berghütten steht, die aber schnell erreichbar sind, dann ist die Brunnihütte in der Zentralschweiz eine gute Idee. Um es gleich zu sagen: An sonnigen Wochenenden steppt hier der Bär, doch am Abend legt sich der Andrang und außerdem ist man den ganzen Tag unterwegs. Von der Bergstation der Sesselbahn sind es zwei Minuten bis zur Berghütte. Wer sich Zeit lässt, schafft es auch gemütlich in fünf Minuten. Am Härzlisee gibt es eine Wasserlandschaft in der sich die Kinder so richtig austoben können. Das Tolle dabei: Als Eltern braucht Ihr keine Angst zu haben, dass etwas passieren kann. Eine weitere Attraktion ist der Kitzelpfad. Hier können kleine und große Outdoorer barfuß die Schweizer Bergwelt erleben. Auch Gemsen und Murmeltiere könnt Ihr bei Eueren Wanderungen beobachten. Am Härzlisee gibt es auch Feuerstellen zum Grillen. Eine Wurst auf 1.860 m ü .N.N am offenen Lagerfeuer zu brutzeln ist auch etwas Besonderes. Weil wir beim Thema sind: Ein wunderbares Erlebnis ist hier das Maultiertrekking.

Wanderbares Tessin

Neben einem sehr guten Essen bietet das Tessin auch weitere Vorteile: Ein mildes Klima, so dass manche Wege auch im Winter sich begehen lassen, weil sie frei von Schnee und Eis sind. Von der Nufenenpassstrasse geht es 1 1/2 bis 2 Stunden hinauf zur Capana Piansecco. Der Anstieg dorthin ist moderat. Eine kleine Wanderung zum Bergsee Lago pelle Pigne lohnt sich auf jeden Fall. Dort könnt Ihr ja ein Holzboot mit den Kindern schnitzen und auf dem See schippern lassen. Eine Bauanleitung dafür gibt es auf Kinderoutdoor.de Die Hütte selbst liegt wunderbar in einem ursprünglichen Schroffengelände, das mit Lärchen bewachsen ist. Im nahegelegenen Klettergarten könnt Ihr und die Kinder in einer wunderbaren Umgebung die ersten Kletterversuche unternehmen. Was für ein Unterschied ist das zu einer Kletterhalle in der es müffelt. Auch eine Alpe lädt zum Besuch ein und die Kinder können dort sehen, wie die Milch zum leckeren Käse verarbeitet wird.

Extrem bunt: Graubünden

Bergkanton. So nennen die Schweizer Graubünden. Auch hier hat der SAC familienfreundliche Berghütten. Eine davon gefällt mir besonders gut, weil es Hütten Esel gibt. Von dem sehenswerten Bergdorf Vals steigt Ihr hinauf zum Stausee Zervreila. Über die Canalbrücke, weiter hinauf zur Lampertsch Alm und schon seid Ihr bei der Läntahütte. Sie ist an einen Felsen gebaut und entsprechend klein. Doch der fünfstündige Aufstieg lohnt sich auf jedne Fall (Vom Stausee aus braucht man nur drei Stunden). Hier kommen deftige Regionale Gerichte auf die Teller und eine Kletterwand sowie Klettergarten begeistern die Kinder. Ebenso können die Kinder auf der Slackline in diesem alpinen Gelände ihren Gleichgewichtssinn trainieren. Seit 1913 gibt es die Läntahütte und sie ist seitdem immer noch attraktiv für Alpinisten und Familien. Ein Unikum ist der Hüttenwart Thomas Meier der Geschichten und Sagen aus Graubünden erzählt. Besonders beliebt bei den Kindern sind die Hüttenesel. Von der Läntahütte gibt es etliche Möglichkeiten dieses abgelegene Bergtal mit seinen Wasserfällen und Seen zu erkunden.

Die Läntahütte: ein wanderbares Ziel in Graubünden.  By Whgler (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Läntahütte: ein wanderbares Ziel in Graubünden.
Foto By Whgler (Own work) Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0

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