Outdoor Equipment von Heimatplanet: Was bringt die Zukunft?

Outdoor Equipment gibt es wie Sand am Meer: Rucksäcke von bekannten Marken, Fleecejacken vom Kaffee-Röster und Wanderschuhe vom Discounter. Heimatplanet hebt sich vom Design und der Funktionalität vom gängigen Outdoor Equipment ab. Dazu gehören die aufblasbaren Zelte  The Cave, The Wedge & Mavericks. Mittlerweile gehören Rucksäcke, Reisetaschen, T-Shirts und Accessoires zum Sortiment von Heimatplanet. Doch wie geht es mit der Marke und Outdoor an sich weiter?

Outdoor Equipment ist bis vor Kurzem eine sichere Angelegenheit gewesen. Abnehmer fanden sich irgendwie immer. Doch die Branche ist derzeit in Bewegung. Das wissen auch Stefan Clauss und Stefan Schulze Dieckhoff, die beiden Gründer und Inhaber von Heimatplanet. Wohin die Reise mit der Outdoor-Bewegung geht, erzählen die beiden in diesem Interview.

1) Sie sind nun seit 3 Jahren recht erfolgreich auf dem Markt. Wie haben Sie ihre „Nische“ gefunden?

Stefan Clauss: Wir haben uns dem Outdoor Markt im Grund sehr pragmatisch genähert. Schon immer haben wir unsere persönliche Zeit mit dem verbracht, was von vielen unter „Outdoor“ zusammengefasst wird. Wir hätten dies jedoch nie selbst so bezeichnet. Für uns war es einfach schon immer selbstverständlich Sport unter freiem Himmel zu betreiben, sei es Surfen, Skateboarden, Mountainbiken oder sogar Klettern. Sport und Reisen waren für uns schon immer eng verbunden und Zelten gehörte selbstverständlich dazu. Erst als wir uns konkret mit der Idee eines aufblasbaren Zeltes beschäftigt haben wurden wir mit dem Konzept Outdoor konfrontiert. Dabei wurden wir in unserer Annahme bestärkt, dass es großes Potential für eine Lifestyle und Design orientiert Reisemarke gibt.

 2)  Der Outdoor-Markt steht vor einer großen Konsolidierung. Wo und wie sehen sie die Zukunft für sich und für die Branche?

Stefan Clauss: Wir sind überzeugt, dass Pauschalaussagen nur schwer zu treffen sind, aber es ist sehr interessant wenn man die Diskussionen in der Branche verfolgt: Einige sehen Chancen in einer Öffnung der Kategorie und sprechen von Urban Outdoor andere sprechen von der Notwendigkeit sich auf Corebereiche zu fokussieren. Wir sind überzeugt, dass beides richtig ist und beides parallel passiert. Outdoor besitzt momentan in vielen Bereichen einen enormen Einfluss und genau das wird der eigentlichen Outdoor Branche zum Problem. Surfmarken promoten heute klassische Outdoor Themen und selbst im Fashionbereich hat das Thema Draußen gerade enorme Konjunktur. Damit wird es natürlich schwieriger eine klare Abgrenzung zu schaffen, gleichzeitig steigt bei den Insidern der Wunsch nach eben dieser Abgrenzung. Wir sehen HEIMPLANET als Alternative für alle die leidenschaftlich Reisen wollen. Es geht für uns nicht um die nächste Expedition, eine Tour übers Wochenende kann zu einem unvergesslichen Erlebnis werden, wenn ich meinen eigenen Weg gehe und morgens draußen wach werde.

Die beiden Gründer von Heimatplanet: Stefan und Stefan.  Foto: (c) Heimatplanet

Die beiden Gründer von Heimatplanet: Stefan und Stefan.
Foto: (c) Heimatplanet

3) Was werden die Ansprüche der Outdoor-Kunden sein? Was erwartet der moderne Kunde von Outdoor-Produkten?

Stefan Clauss: Wir sind fest davon überzeugt, dass Outdoorprodukte zu allererst überzeugende FUNKTIONEN liefern müssen. Ein großes Potenzial besteht allerdings nach wie vor im Bereich des Designs. Hier gibt es noch viel Luft nach oben. Ist doch komisch, dass Fashion Labels heute Outdoor aufgreifen und neu interpretieren und damit für sich beanspruchen.

Es besteht ein riesiges Bedürfnis nach individuellem Reisen und der Wunsch nach dem persönlichen Abenteuer, wenn auch im überschaubaren Rahmen, wir möchten mit HEIMPLANET dabei behilflich sein, diese Abenteuer Wirklichkeit werden zu lassen.

4) Thema Online versus stationärem Einzelhandel: wie handhaben Sie die unterschiedlichen Herausforderungen und wie unterstützen Sie als Hersteller beide Vertriebskanäle?

Stefan Clauss: Grundsätzlich ist das eine nicht besser als das andere. Vorausgesetzt, dass sich alle Beteiligen einig über eine stabile Preisgestaltung sind. Das ist eines der wichtigsten Kriterien für uns. Ansonsten sind wir überzeugt, dass ein guter Händler seine Kunden inspirieren und mit neuen Produkten begeistern muss. Bei vielen Händlern hat man das Gefühl, das vermeintliche Sicherheit das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der Produkte darstellt. Nur wenige Händler schaffen ein Angebot, das neue Ideen und damit neue Produkte präsentiert. Dadurch wird es schnell langweilig und der Preis und sein Vergleich rücken mehr ins Zentrum des Interesses.

In den USA kann man aktuell sehr spannende Konzepte verfolgen, wie beispielsweise Huckberry (huckberry.com) bei denen Händler nicht nur neue Produkte und Markenkombinationen präsentieren sondern Outdoor neu und anders interpretieren und damit ganz neue Zielgruppen erschließen. Dabei gibt es tolle Beispiele aus dem Online Handel und dem stationären Handel.

Mit coolem Design konnte Heimatplanet Kunden und Jurys überzeugen. Foto: (c) Heimatplanet

Mit coolem Design konnte Heimatplanet Kunden und Jurys überzeugen.
Foto: (c) Heimatplanet

5)    Sie sind mit einigen wichtigen Designpreisen wie dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland und dem if design award ausgezeichnet worden. Welche Rolle spielt bei Ihnen das Produktdesign im Entwicklungsprozess? 

Stefan Clauss: Wir versuchen bei unseren Produkten Design und Funktion untrennbar mit einander zu verbinden. Erst wenn die Funktion als Design wahrgenommen wird und umgekehrt macht es für uns Sinn. Bei diesem Ansatz erübrigt sich dann auch die Frage was wichtiger ist.

6) E-Commerce und die Globalisierung machen die Internationalisierung auch von kleinen Unternehmen ohne große Investoren möglich. Auf welchen Märkten sind Sie mit Heimplanet präsent und wo liegen ihres Erachtens die Chancen und die Schwierigkeiten für Sie als Kleinunternehmer?

Stefan Clauss: HEIMPLANET gibt es mittlerweile in verschiedenen Europäischen und Asiatischen Märkten sowie vereinzelt in Nord Amerika. Es ist heute bestimmt in vielen Bereichen einfacher direkt international tätig zu werden, gleichzeitig ist dadurch aber auch der Wettbewerb größer geworden. Es ist beeindruckend wie viele gute, neue Marken international aktiv sind. Hier ergeben sich spannende Möglichkeiten auch für den Einzelhandel. Die Strukturen wandeln sich gerade fast täglich, neue Vertriebskonzepte und Absatzmöglichkeiten entstehen und immer neue Teilnehmer werden im Markt aktiv.

Dabei ist es ganz wichtig einen eigenen Plan zu verfolgen der einem gleichzeitig etwas Raum für Experimente einräumt. Grundsätzlich ist für mich und für Heimplanet ein nachhaltiges Wachstum wichtiger als eine kurze Umsatzsteigerung.

7) Auf welche Produktneuheiten dürfen wir uns im kommenden Jahr von Heimplanet freuen?

Stefan Clauss: Für 2014 haben wir uns ein paar spannende Neuerungen überlegt und werden in allen Bereichen neue Entwicklungen präsentieren. Wir freuen uns schon sehr auf neue Zelte, neue Taschen und ein paar Überraschungen, die ihre Premiere auf der Outdoor in Friedrichshafen im Juli 2014 haben werden.

Mehr wollen wir im Moment aber noch nicht verraten.

 

 

 

 

 

 

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