Hochschwarzeck : Schlitteinander runter rodeln

Am Hochschwarzeck im Berchtesgadener Lans lassen sich Bergdramen verhindern: Ein Familienteil wandert gemütlich mit dem Schlitten bergauf, und die Kleinen fahren mit Papa oder Mama im Sessellift hoch. Oben treffen sich alle und starten gemeinsam zu einer Rodelpartie. Das Hochschwarzeck ist ideal für Familien-Ausflüge. Schnee, Sonne und sanfte Anstiege laden zu einer Kombinierten Tour aus Schlittenfahren und Wandern ein. Auf der neuen, 2,3 km langen Naturrodelbahn Hirscheckblitz mit 400 Höhenmetern, kann es zwischen den Kufenpiloten, Tourengehern und Wanderern zu keinen ungewollten Begegnungen mehr kommen. 

 

Rauf auf´s Hochschwarzeck! Bei jedem Schritt den meine Große und ich taten, knirschte der frisch gefallene Schnee. Bei Sonnenschein blieben wir  immer wieder stehen um den Ausblick zu genießen. Wie in einem Hochglanzprospekt präsentierten sich Hochkalter, Hoher Göll, Reiteralpe und Watzmann. Gemütlich zog ich den Schlitten, während meine Tochter voller Stolz den eigenen Rucksack trug. Eigentlich wollten wir zwei  schon in Ramsau losmarschieren, überlegten es uns anders und starteten in Schwarzeck an der Talstation der Hirscheckbahn. Die restliche Familie fährt das Hochschwarzeck mit der Sesselbahn hoch. Kinder bis einschließlich sechs Jahre fahren gratis. An der Talstation liehen wir die Schlitten aus. Lilli, meine große Tochter und ich wanderten ab dem Gasthof Schwarzeck bergauf.

Das Hochschwarzeck bietet im Winter puren Rodelspaß! Foto: (c) Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Das Hochschwarzeck bietet im Winter puren Rodelspaß!
Foto: (c) Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Auch wenn der Gipfel mit seinen 1.391 m eher ein Gartenzwerg im Vergleich zu seinen Nachbarmassiven  ist, so hat er besondere Reize. Einer davon ist, das unvergleichliche Panorama. Wie auf einer Kinoleinwand ragen bei sonnigem Wetter die bizarren Gipfel rund um Ramsau auf. Für Genusswanderer und  Familien ist der Berg mit seinen sanften Anstiegen sehr geeignet. Immer wieder blieben wir stehen. Zu fast jedem Gipfel wollte meine Tochter eine Geschichte hören. „Dort am Hochkalter,“ sagte ich zu Lilli und zeigte mit dem Stock auf den Berg„ Habe ich mir beim Bund die Bänder rechts gerissen!“ Meine Große fragte nach und so erzählte ich die Anekdote mit allen dramatischen Einzelheiten. Klar habe ich auch übertrieben und berichtete, was der Papa damals für Lasten den Berg hinaufgeschlepptte:“ Ein Rucksack mit 20 Kilo, das war ein Leichtgewicht!“ gab ich an. Bald erreichten wir auf 1.240 m das Hirscheck und rasteten mit selbst gebrauten Watzmann-Punsch aus der Thermoskanne. Unterwegs errichtete meine Tochter ihre Schnee-Igel, „Damit sich kein Wanderer verläuft!“ erklärte sie ihren Eifer für den winterlichen Stoarmandl-Ersatz.

Hochschwarzeck: Keine Flachstücke in der neuen Rodelbahn

Im Schnee fanden wir verschiedene Tierspuren und rätselten zu wem die Abdrücke gehören. Bald stieg der Weg durch den dichten Bergwald steiler an. Meine Große kam nun langsamer vorwärts. Für eine Sechsjährige legte sie bisher ein gutes Tempo vor und ergatterte sich raffiniert den freien Platz auf dem Schlitten:“ Sag mal Papa, wie schwer waren deine Rucksäcke bei den Gebirgsjägern noch mal?“ Was blieb mir anderes übrig als Lilli auf unserer Rodel zu ziehen? Die letzten Meter bis zum Hirschkaser, dem Berggasthof unterhalb des Toten Mann Gipfels, schwitzte ich wie damals im Sommer mit Flecktarnanzug. Insgesamt wanderten wir knapp zwei Stunden. Oben angekommen erwarteten uns Ute und Franka. Gemeinsam gingen wir die wenigen Minuten zum Gipfel hinauf. Nach einer kurzen Pause vor  sonniger Bergkulisse, setzten wir den beiden

Rasant geht es das Hochschwarzeck hinunter. Foto: (c) Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Rasant geht es das Hochschwarzeck hinunter.
Foto: (c) Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Kindern die Ski-Helme und Brillen auf. Meine Mittlere, eigentlich der Haudrauf in unserer Familie, zeigte sich beim Start so nervös, wie ein Bobfahrer im Eiskanal am Königssee. Der Schnuller ging rhythmisch rauf und runter. Ein Zeichen für höchste Anspannung. Bevor es losging warnte uns die Kleine mit erhobenen Zeigefinger:“ Aufpassen und gut festhalten!“ Sie sollte Recht behalten. Schon sausten wir mit den Schlitten los. Im Gegensatz zur alten Rodelbahn am Toten Mann, sind auf dem präparierten Hirscheckblitz keine Fußgänger oder Tourengeher als bewegliche Slalomstangen unterwegs. Um einen Kilometer ist die neue, kostenlose Schlittenabfahrt kürzer ist als die bisherige Rodelstrecke. Dafür gibt es keine Flachstücke mehr, bei denen wir absteigen und die Schlitten ziehen mussten. Fahrerisch ist der Hirscheckblitz für Kinder zu meistern. Bis auf eine Kurve hatte meine Große keine Probleme, den Berg hinunter zu rodeln. Kaum kamen wir mit unseren Schlitten bei der Talstation an, da meinten beide Töchter in seltener Einigkeit:“ Noch mal!“ Und so fuhren wir, diesmal zu viert, auf das Hochschwarzeck hinauf.

TIPPS!

So läuft der Schlitten schneller:

Hinterlässt der Kufenflitzer zwei schöne braune Spuren im Schnee und ist kaum von der Stelle bewegen? Mit feinem Schleifpapier die rostigen Kufen säubern. Mit Sprühwachs für Ski behandeln oder mit Speiseöl einreiben. Ab geht´s! Schorsch Hackl war mit seinem Schlitten auch nicht schneller unterwegs.

Welcher Schlitten für den Hirscheckblitz?

       Klassische Holzschlitten halten lange, sind zwar schwer aber ideal für Rodelstrecken wie den Hirscheckblitz

       Plastikbobs sind leicht zu ziehen .Kinder tun sich einfach beim Steuern und Bremsen

       Poporutschen sind preiswert lassen sich im Rucksack verstauen für den Hirscheckblitz weniger geeignet: Denn die lange Abfahrt zehrt an den Bauchmuskeln

       Plastik-Woks haben ein geringes Gewicht, sinken bei weichem Schnee ein.

Anti-Quengel-Mittel:

Unterwegs den Kindern Interessantes über die Berge erzählen, verhindert Langeweile.

Tierspuren identifizieren:

Überall im Schnee finden sich Pfotenabdrücke: Ging hier ein Hund? War es ein Hase oder vielleicht ein Vogel? Mit etwas Glück findet sich auch ein Fichtenzapfen, den ein Eichhörnchen abnagte.

Preiswert Übernachten:

Jugendherberge Berchtesgaden

Hier gibt es Übernachtungen ab 18,50 Euro!Die Jugendherberge Berchtesgaden ist familienfreundlich ausgestattet.

Adresse:

Jugendherberge Berchtesgaben
Struberberg 6
83483 Bischofswiesen

Tel: +49 8652 9437-0

berchtesgaden@jugendherberge.de

 

 

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