Hoch hinaus! Drei Top Klettersteige für die Familie

Klettersteige sind beliebt. Eltern die schon einen Klettersteig absolviert haben, möchten natürlich auch mit den Kindern eine Via Ferrata durchsteigen. Doch ganz so einfach ist es nicht! Nur wenige Klettersteige sind für Kinder geeignet: So muss die Brusthöhe des Stahlseils niedriger sein, als bei Erwachsenen und auch die Länge sowie der Schwierigkeitsgrad sind moderater. Bei einem Klettersteig gilt: Nicht die Kinder überfordern und nur wer entsprechend Bergerfahren ist, soll sich an einen solchen Eisenweg wagen.

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Bevor Ihr weiterlest: Bitte denkt daran, ein Klettersteig ist mehr, als nur zwei Karabiner in ein festes Stahlseil einzuklinken. Anders als bei einer Wanderung, ist es schwer bei einem Klettersteig umzudrehen, wenn die Kinder keine Kraft mehr oder Angst haben. Auch müsst Ihr die Kinder sichern können. Wer wenig Erfahrung mit einem Klettersteig hat, belegt am besten einen entsprechenden Kurs beim DAV oder einer Bergschule. Außerdem ist eine perfekte Ausrüstung extrem wichtig. Nur wenn ihr sicher im Klettersteig seid und entsprechend ausgerüstet, könnt Ihr mit den Kindern einsteigen.

Am äußersten Rand der Oberpfalz, dem Hirschbachtal, gibt es den legendären Klettersteig „Höhenglück“. Dort gibt es einen der wenigen Anlagen, die extra für Kinder ausgelegt sind. Hier können die Kleinen ihre ersten Erfahrungen am Stahlseil sammeln. Auch Trittstifte gibt es und die Kinder lernen erstaunlich schnell, wie sie darauf vorwärts kommen. Insgesamt ist die Via Ferrata Bambini 150 m lang. Für alle die den Klettersteig ausprobieren möchten, haben wir noch einen wichtigen Hinweis: Der Höhenglück ist in drei Abschnitte unterteilt und wird von Teilstück zu Teilstück schwieriger! Ein Highlight ist auch die Burma-Brücke, eine wackelige Konstruktion aus Seilen. Für Kinder ist es Abenteuer pur! Außerdem gibt es im Hirschbachtal einen tolle Klettergärten und Ihr könnte die fränkische Schweiz in vollen Zügen genießen!

Spaß haben und viel über einen Klettersteig lernen: Das sind die Salewa Klettersteigtage 2013 in Bad Hindelang (Allgäu) Foto: (c) Salewa, Birgit Gelder

Spaß haben Kinder an einem Klettersteig, wenn sie gut ausgerüstet sind und Erfahrungen im Klettern haben.
Foto: (c) Salewa, Birgit Gelder

So a Manndl!

Kinder die schon Erfahrung im Klettern haben, sollten mit den Eltern das Ettaler Manndl auf ihre Liste setzen. Von Ettal aus braucht Ihr ungefähr zwei Stunden oder mehr, bis der Einstieg vom Klettersteig erreicht ist. Die massiv im Felsen verankerten Ketten geben den Kindern die notwendige Sicherheit. Bewertet ist der Klettersteig am Ettaler Manndl mit A für „unschwierig“. Probleme können manchem die Tiefblicke bereiten. Am Wochenende sind viele Alpinisten am Ettaler Manndl unterwegs. Deshalb kommt es immer wieder, am Berg, zu Staus. Hier ist Geduld gefordert. Der Klettersteig hat 50 Höhenmeter und trotzdem sollten die Kinder hier gesichert sein.

Mit Sicherheit Spaß dabei. Wer sich von Bergführern zeigen lässt, was bei einem Klettersteig zu tun ist, kann mit der Familie tolle Erlebnisse am Berg haben. Foto: (c) Salewa, Birgit Gelder

Mit Sicherheit Spaß dabei. Wer sich von Bergführern zeigen lässt, was bei einem Klettersteig zu tun ist, kann mit der Familie tolle Erlebnisse am Berg haben.
Foto: (c) Salewa, Birgit Gelder

Ramsau am Dachstein verfügt ebenfalls über einen Klettersteig für Kinder. Es beginnt mit einer einfachen Plattenkletterei. Hier zeigt sich wie wichtig gute Wanderschuhe für die Kinder sind. Denn nicht nur auf die Muskelkraft kommt es hier an, sondern auch auf die Griffigkeit der Sohle von den Kinder-Wanderschuhen. Doch noch wichtiger ist, dass die Kinder mit einer kompletten Klettersteigausrüstung sich eingeklinkt haben. Franki ist zusätzlich mit einem Seil bei mir gesichert, auch wenn sie alles andere als begeistert davon ist. Nachdem wir im Wald am Sattelberg die ersten Platten am Stahlseil durchklettert haben, halten wir uns links im Bergwald hinauf. Hier geht der Kinderklettersteig durch eine enge Felsrinne, “Zapfenrinne” genannt. Auch hier kommen die Mädels flott durch und haben sichtlich Freude am Kinderklettersteig Kali. Wir halten uns weiterhin links, nachdem wir diese Stelle durchklettert haben und kommen nach wenigen Minuten Marsch zur Flechtenwand. Auch hier handelt es sich um eine einfache Kletterei, welche die Kinder problemlos packen. Als wir uns ausgeklinkt haben, verdunkelt sich der Himmel. “Oh je, das gibt Regen!” stellt meine Große fest. Hier am letzten und anspruchsvollsten Abschnitt vom Kinderklettersteig Kali in Ramsau am Dachstein, müssen wir aufs Tempo drücken. Am Kleinen Turm ist der Einstieg mit B, mäßig schwierig bewertet. Wichtig ist hier, die Orientierung zu behalten. Auf dem leichten Plattengrat arbeiten wir uns Richtung Gämsenturm vor. Bitte haltet Euch an dieser Stelle rechts. Eine einfache Kletterei, was man von der linken Flanke weniger behaupten kann. Diese ist al schwierig oder sehr schwierig klassifiziert. Kein Grund zum Übermut! Geschafft und nun beginnt es richtig stark zu regnen. Für den Flying Fox, eine Art Drahtseilbahn, fehlen und zwei wichtige Dinge: Die entsprechende Seilrolle und ein Bergführer. Ich finde es vollkommen vernünftig, dass der Flying Fox nur mit einem Bergführer freigegeben ist. Wer klatscht schon gerne aus voller Fahrt gegen einen Baum?! Schnell steigen wir zum Sattelberg auf und steigen dann auf dem Natur- und Umwelterlebnispfad über die Sattelberghütte nach Ramsau am Dachstein ab. Dort gibt es einen wunderbaren Spielplatz und einen Streichelzoo. Glückliche Kinder und ein gelungenes Bergabenteuer, was will man mehr?

 

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