Serie Einkaufsberatung Teil II: Der passende Kinder Schlafsack

Ein Schlafsack kann den Kindern den Schlaf rauben und den Eltern gleich mit. Wer einen Kinderschlafsack ohne ihn anzuprobieren kauft, sei es im Handel oder über das Internet, kann eine böse überrascht sein. Denn viele Details ergeben einen guten Schlafsack in dem sich ein Kind wohl fühlt und selig einschläft. Hier gilt: Zeit lassen und die Kinder Schlafsäcke miteinander vergleichen. Auch Probeliegen ist sinnvoll. Worauf Ihr beim Kauf von einem Schlafsack für das Kind achten sollt, haben wir für Euch zusammengestellt.

„Mama, Papa ich kann nicht schlafen mir ist so kalt!“ Viele Eltern haben diesen Hilferuf der Kinder bei einer Übernachtung auf der Hütte oder im Zelt gehört. Die Nacht ist dahin. Doch ganz ehrlich: Wir Erwachsenen finden auch nicht in de Schlaf, wenn uns fröstelt. Wenn beim Campen oder auf der Hütte die Kinder über den Schlafsack schimpfen ist es zu spät. Dann helfen nur Sofortmaßnahmen: Entweder zusätzliche Decken oder das Kind unter den eigenen Schlafsack schlupfen lassen. Bevor Ihr loszieht um einen Schlafsack für das Outdoor Kind zu kaufen, stellt ein paar Überlegungen an:

– Wo wollt Ihr ihr mit den Kindern übernachten? Auf der Hütte, im Wohnwagen oder im Zelt

Wie oft nimmt das Kind den Schlafsack her

– Bei welchen Temperaturen übernachtet Ihr draussen ?

– Ist das Kind einer Seitschläfer?

– Welche Form soll der Schlafsack haben?

Bei Zelten mit den Outdoor Kids sind gute Kinder Schlafsäcke extrem wichtig. Foto: Dietmar Meinert  / pixelio.de

Bei Zelten mit den Outdoor Kids sind gute Kinder Schlafsäcke extrem wichtig.
Foto: Dietmar Meinert / pixelio.de

Auch in einem Schlafsack für 9,99 Euro aus dem Baumarkt kann ein Kind gut schlafen. Wenn Ihr immer bei warmen Temperaturen nächtigt und den Schlafsack selten benutzt könnt Ihr schon für wenig Geld das Passende finden. Doch erwartet nicht, dass ein solcher Schlafsack hohe Qualität besitzt und frei von Schadstoffen ist. Grundsätzlich gibt es   Arten von Schlafsäcken.

Sommerschlafsäcke. Diese sind haben einen Komfortbereich bis zehn Grad. Sommerschlafsäcke sind leicht, haben ein kleinen Packmaß und ideal, wenn ihr in der warmen Jahreszeit draussen zeltet, im Wohnwagen schlaft oder in der Hütte übernachtet. Meistens sind diese Schlafsäcke mit Kunstfaser gefüllt. Es gibt sie in Mumien- und Deckenform

Winterschlafsäcke. Hier kommt es richtig dick. Meistens sind diese Schlafsäcke mit Daunen gefüllt. Bei Minusgraden beginnt die Komfortzone der Winterschlafsäcke. Wer in der kalten Jahreszeit im Biwak oder draussen übernachtet braucht einen solchen Schlafsack. Die Außenhülle ist oft atmungsaktiv und wasserabweisend. Kinder brauchen einen solchen Schlafsack eigentlich nicht.

Ganzjahresschlafsack. Eigentlich ist dieser Schlafsack zu jeder Jahreszeit ein Kompromiss. Im Winter hält er bei milden Temperaturen warm, im Sommer kann der Schlafsack einen Tick zu warm sein. Nicht Fisch, nicht Fleisch.

Expeditionsschlafsack. Habt Ihr vor mit den Kindern auf den Mount Everst zu steigen? Wollt Ihr mit den Kindern zum Nordpol marschieren? Nein? Dann vergesst diese tollen Schlafsäcke. Sehr warm, aber auch sehr teuer.

Kinderschlafsack. Sie sind auf die Anatomie der Kinder zugeschnitten und der Komfortbereich liegt auf dem Niveau der Sommerschlafsäcke. Einige Kinderschlafssäcke lassen sich am Fußende verlängern und wachsen dadurch mit.

Draussen ist es doch am schönsten, wenn der Kinder Schlafsack warm genug ist. Foto: Hartmut910  / pixelio.de

Draussen ist es doch am schönsten, wenn der Kinder Schlafsack warm genug ist.
Foto: Hartmut910 / pixelio.de

So funktioniert der Schlafsack

Der Schlafsack wärmt Euch nicht. Er isoliert Euere Körperwärme. Stellt Euch den Schlafsack wie eine Thermoskanne vor. Diese kocht auch nicht den Kaffe, sondern hält ihn über Stunden heiß. Deshalb ist wichtig, dass der Schlafsack passt. Ist er zu groß, friert das Kind oder der Outdoorer, weil die Luft darin durch den Körper erwärmt werden muss. Ist er zu eng entstehen an den Knien oder Schultern wo sich der Schlafsack spannt Kältebrücken. Das Material wird zur Seite gedrückt und die Isolationsschicht ist unterbrochen.

EN 13537

Jeder Schlafsack der in Europa verkauft werden soll, unterliegt dieser Pflichtnorn. Diese Norm legt Standards für den Test von Schlafsäcken fest und verpflichtet Komfortbereich, Untegrenze und Extremberech anzugeben. Stehen in einem Schlafsack diese Angaben nicht, lasst ihn liegen!

Im Schlafsack findet Ihr die Angaben zur EN 13537. Dort muss der Komfortbrereich, die Untergenze und der Extrembereich angegeben sein. Kinderoutdoor.de erklärt was diese Angaben bedeuten.

Komforttemperatur?
Bei dieser Außentemperatur fühlt sich ein Durchschnittsmensch wohl im Schlafsack und schläft entspannt ein. Bei Frauen und Kindern liegt dieser Wert höher, als bei Männern.
Untergrenzen?
Das ist die unterste Temperatur, bei der ein „Norm-Mann“ noch schlafen kann, ohne wach zu werden, weil er friert.
Extrembereich?
Eignet sich nicht um davon den Kauf eines Schlafsacks abhängig zu machen. Bei dieser Außentemperatur sinkt die Körpertemperatur nicht so weit ab, dass es lebensgefährlich wird. Unter diesen Voraussetzungen ist der Schlaf alles andere als bequem.
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Auf welche Details sollt Ihr achten?
Wärmekragen. Hat der Schlafsack einen Wärmekragen? Er verhindert, dass wie Wärme über die Halsöffnung vom Schlafsack nach außen dringt.
Kapuze. Warum hat der Mensch Haare auf dem Kopf? Um möglichst wenig Körperwärme dort zu verlieren. Tests von großen Outdoor-Firmen haben bewiesen, das nachts die Menschen die meiste Wärme über den Kopf verlieren. Die Folge: Frösteln in Zehen und Fingern. Kapuze auf und schon ist Euch wieder warm.
Abdeckleiste. Hinter dem Reißverschluss sollte eine Abdeckleiste sein, denn sonst kann Kälte dort eindringe.
Reißverschluss. Er sollte leichtlaufend sein und zwei Zipper haben. Ist es den Kindern nachts im Schlafsack zu warm, könnt ihr einen Teil des Reißverschlusses öffnen und die Wärme entweicht.
Innentasche. Brillenträger, egal ob Kinder oder Erwachsene, morgens ist es nervig im Zelt oder der Hütte die Brille zu suchen. Deshalb lassen sich die Brille, Uhr und Geldbörse in der Innentasche praktisch aufräumen.
Schlaufen. Am Fußende sollten sich außen Schlaufen befinden, damit Ihr den Schlafsack
–> Viele Details machen einen guten Schlafsack aus.
Lagerung: Stopft den Schlafsack in den Packsack mit der Öffnung nach oben. So kann die Luft entweichen. Zieht den Packsack nicht zusammen, je lockerer der Schlafsack gelagert ist, um so besser. Auch Baumwolltaschen haben sich für die Aufbewahrung bewährt.
Seht Euch beim Kauf von einem Schlafsack verschiedene Modelle an und probiert sie vor Ort aus. Dann erst könnt Ihr die Details beurteilen, wie zum Beispiel der Reißverschluss läuft
Viel Erfolg beim Einkaufen vom Schlafsack!
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