Familien sausen vom Wurmberg bei Braunlage mit dem Schlitten ins Tal

In Niedersachsen gibt es einen Hotspot für Rodelfans: Wurmberg bei dem Ort Braunlage. Dort ist eine der längsten Rodelbahnen von Norddeutschland. Auf 1,5 km kommt diese Schlittenbahn. Wir haben uns auf den Weg gemacht und erlebten einige Überraschungen. 

Im Zugabteil las ich in meiner Verzweiflung „mobil“, das Magazin der Deutschen Bahn. Dort fand ich einen Artikel über Deutschlands Skihütten. Dort stellten die Kollegen den höchsten Berg in Niedersachsen vor. Der 971 m hohe Wurmberg ist mir bis dahin völlig neu gewesen. Doch der Mount Everest von Niedersachsen überzeugte mich und die Kinder. Vom Parkplatz der Wurmberg-Seilbahn gibt es zwei, besser gesagt drei Möglichkeiten um zum Start der Schlittenbahn am Rodelhaus zu kommen: Ihr geht zu Fuß hinauf. Das ist schweißtreibend, aber kostenlos oder ihr fahrt mit der Seilbahn bis zur Mittelstation. Option Nummer drei schlagt Euch bitte gleich aus dem Kopf: Es gibt Sondergenehmigungen um mit dem Auto zum Rodelhaus zu fahren.

Anspruchsvoll und fast 1,5 km lang ist die Rodelbahn dem Wurmberg hinunter. Foto: © Wurmbergseilbahn Braunlage.

Anspruchsvoll und fast 1,5 km lang ist die Rodelbahn dem Wurmberg hinunter.
Foto: © Wurmbergseilbahn Braunlage.

Wir haben, zugegeben, uns für Variante zwei entschieden. Hier kostet die Familienkarte bis zur Mittelstation (zwei Kinder plus drei Kinder bis 17 Jahre) nur 19 Euro (Stand 5.1.2013). Auf 720 m Höhe angekommen brachten die Kinder und ich die Schlitten in Position. Wer ist schneller unten bei der Talstation? Am Start hatte ich noch die Nase, wegen mehr Masse, vorne. Dann ging es in den Wald. Eine langer gerader Hang, allerdings mit Wellen. Hier passierte mir ein Fahrfehler nach dem anderen. Dabei geriet ich zu weit an den Rand und dort sanken die Kufen von meinem Schlitten in den tiefen Schnee ein. Bis ich wieder meinen Schlitten flott hatte, rasten die Kinder bereits weiter Richtung Braunlage. Am Ende siegten die Kleinen überlegen. „Wiederholung!“ schmetterte ich den beiden entgegen.

Papa will Revanche!

Vor unserem zweiten Rennen gingen wir in die Gaststätte Rodelhaus und freuten uns am Essen. Bei diesem Wettkampf konnte ich bis zur Hälfte der knapp 1.500 m langen und teilweise sehr steilen Rodelbahn mithalten. Immer wieder sah ich nach hinten und die Kinder kamen langsam immer näher. Da half es nichts, dass ich mich lang machte und versuchte wie Schorsch Hackl möglichst wenig Windwiderstand zu haben. Die Kinder überholten mich und konnten den Vorsprung ausbauen. Für mich stellte sich nach dieser Fahrt der Harz als weniger gutes Pflaster heraus. Wieder in Braunlage angekommen forderten mich die kleinen Rodler nochmals heraus. Ich winkte ab und wir fuhren noch einmal den Wurmberg rauf. Beim Rodelhaus kehrten wir nochmals ein, schließlich herrschte draußen eine beißende Kälte. Einheimische erzählten mir, dass bereits 1908 offiziell die Rodelbahn startete. Auch erfuhren wir, von den Wurmberghexen. Die Ortsansässigen sagen – ich hoffe es richtig wieder zu geben – zu dem Berg „Wormberch“. Dort gibt es Stellen wie den Hexenaltar, eine Hexentreppe und eine Skipiste heißt auch Hexenritt. Außerdem ist der Brocken in unmittelbarer Nachbarschaft vom Wurmberg und wer treibt dort in der Walpurgisnacht im Harz sein Unwesen? Richtig die Hexen!

An klaren Tagen haben Outdoorer einen tollen Blick vom Wurmberg, mit seinen 971 m der Mount Everest in Niedersachen, auf den verhexten Brocken.Foto: © Wurmbergseilbahn Braunlage.

An klaren Tagen haben Outdoorer einen tollen Blick vom Wurmberg, mit seinen 971 m der Mount Everest in Niedersachen, auf den verhexten Brocken.
Foto: © Wurmbergseilbahn Braunlage.

Zum Glück lässt sich alles erklären: Die in den Fels gehauenen Treppen oberhalb des Gipfelplateaus lassen sich bisher nicht datieren und können zu einer alten Befestigungsanlage gehört haben. Der vermeintliche Hexenaltar ist nichts anderes als das Fundament von einem Signalturm (das ist der Vorläufer vom Handy gewesen) aus dem Jahr 1850. Trotzdem hörten die Kinder den Geschichten über die Hexen gebannt zu. Auf jeden Fall hatten wir alle eine spannende Unterhaltung und fuhren zum dritten mal den Wurmberg hinunter um wieder bei der „Verlobungswiese“ anzukommen.

Infos:

 

Der Wurmberg liegt im Landkreis Goslar.

 

Mit der Wurmbergseilbahn gondelt ihr hoch. Das Familienticket (zwei Erwachsene plus drei Kinder unter 17 Jahren) kostet für die Mittelstation, dem Start der Rodelbahn, nur 19 Euro (Stand 5.1.2013)

 

Schlittenverleih: 

 

Wurmberg Seilbahn bei Monsterroller 

 

Horst Bähr,  Braunlage

Telefon: 0 55 20 / 999 734

R. Kunkel,  38700 Braunlage
Telefon: 0 55 20 / 32 24

 

Einkehrmöglichkeiten:

 

Gut Essen und übernachten könnt Ihr im Rodelhaus auf 720 m Höhe. Ein schnuckeliges, historisches Gebäude, das auch für Familien eingerichtet ist.

 

Am Gipfel vom Wurmberg befindet sich auch eine Skisprungschanze und die zünftige Wurmbergalm. Hüttengaudi gibt es auch außerhalb der Alpen!

 

Infos

 

 

www.braunlage.de

 

 

Braunlage Tourismus GmbH
Elbingeröder Straße 17
38700 Braunlage

tourist-info@braunlage.de


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