Wanderungen im Karwendel: Kobolde, Kaiserschmarrn und Himmelsaugen

Von Österreich bis nach Bayern zieht sich das Karwendel. Besonders im süddeutschen Raum bietet die Gebirgsgruppe das ganze Jahr viele Möglichkeiten für Familien. Bei jedem Wetter können Kinder und Eltern etwas unternehmen: Tiefblaue Bergseen laden zum Planschen ein und wilde Schluchten wecken die Abenterlust bei den Kindern.

Für Kinder ist das Karwendel ein riesiger Spielplatz. Überall finden die kleinen Outdoorer Möglichkeiten sich auszutoben. Einzelne Felsbrocken laden zum Klettern ein. Kleine Bächen stauen die Kinder auf und schwimmen in den glasklaren Seen. Familien lieben auch das sagenhafte Wandern. In der Geisterklamm zusammen den Kobolden vom Karwendel auflauern. Über den „Hundsstall“ zu Himmelsaugen kraxeln, auf Geo-Pfaden den Spuren 2000 Meter hoher
Gletscher folgen: Kinder in der Alpenwelt Karwendel können spannende Geschichten erwandern und dabei jede Mühe vergessen. Statt öden Höhenmetern gibt es unvergessliche Abenteuer: Am kitzelnden Barfußwanderweg, entlang des Drei-Seen-Wegs mit Riesenrutsche oder am Klettersteig über acht Zweitausender. Seen oder urige Almen – inklusive leckeren Kaiserschmarrn. Die kostenlose Wanderbroschüre „Traumpfade“ gibt viele Wander- und
Einkehrtipps für Familien, das Ferienprogramm bietet 25 abwechslungsreiche Abenteuer.

Badespaß pur bieten die Himmelsaugen, so heißen im bayerischen Teil des Karwendels die tiefblauen Bergseen.
Foto: Alpenwelt Karwendel

Endstation Riesen-Rutsche

Wer „Seen“sucht hat,findet sie in der Alpenwelt Karwendel : Acht kleine gibt es für die kleinen Wasserratten hier. Die Einheimischen nennen diese Gewässer  liebevoll „Himmelsaugen“ genannt. Wie kleine Edelsteine leuchten sie auf der Wanderkarte und sind wichtige Ziele des 350-Kilometer-Wegenetzes. Wer etwa den Drei-Seen-Wanderweg nimmt, spaziert rund dreieinhalb Stunden über bunte Wiesen zwei beliebten Badeseen entlang. Während Familien beim Barmsee quasi in das traumhafte Spiegelbild des Karwendelmassivs eintaucht, verspricht der Grubsee – bei biszu 24 Grad warmem Wasser – eine Riesengaudi mit großer Rutsche
und Bootsverleih. Vom Barmsee erreicht man in 20 Minuten den Gerold, der Moorbadesee liegt wild-romantisch inmitten von Wiesen und Wald. Auch hier haben die Kinder und Erwachsenen ihren Spaß. Baden und wandern, im Karwendel gehört beides fest zusammen.
Geheimnisvolle Spuren im Gestein
Täglich fördert die Isar  Jahrmillionen alte „Rolling Stones“ aus dem Karwendelgebirge zutage. Beim Streifzug durch die Bachbette der Alpenwelt Karwendel gibt es für Kinder  jede Menge zu entdecken. Drei geologische Wanderwege – darunter Bayerns 1. Kieselstein-Lehrpfad
am Isarufer bei Krün – erzählen von der Eiszeit, der Alpenfaltung und lüften das Geheimnis so mancher Spuren im Gestein. Wer sich das Gehen gerne mit guten Geschichten verkürzt, ist bei Sepp Karner alias „Graf zu Stein“ gut aufgehoben. Fossilien und seltene Steine faszinieren den Hobby-Geologen seit über 25 Jahren, und Isarkiesel sind seine Leidenschaft. Und wer ein besonders schönes Stück findet, kann es nach der Tour in der Werkstatt der Karners zu einem
schmucken Souvenir polieren. Jeden Dienstag um 14 Uhr für Kinder ab 6, Dauer der Exkursion ca. 2 Stunden. Kosten pro Person: 6 Euro – Anmeldung / Informationen bei geo-trip, Sepp & Vera Karner, Tel. 08825/562

Da schaut die ganze Familie! Auf der Panorama-Brücke bietet sich ein unvergesslicher Ausblick.
Foto: Alpenwelt Karwendel

Wandern, wo der Klammgeist haust

Sagenhaft wandern lässt es sich in der Leutascher Geisterklamm bei Mittenwald: Die Klamm ist wegebauliche Meisterleistung und fantastische Erlebniswelt zugleich. Auf Metallstegen hoch über der tosenden Leutascher Ache erleben Familien die spektakuläre Landschaft an der
bayerisch-Tiroler Grenze. Höhepunkt für Kinder und Eltern ist der schmale Steig. Zunächst
schlängelt er sich  durch die wilde Schlucht  und führt anschließend auf eine 80 Meter hohe Panoramabrücke. Von dort haben die Outdoor-Familien  einen herrlichen Blick über das Geisterreich und das Karwendelgebirge.„Es war vor zirka 20.000 Jahren, als mächtige Eisströme vomInntal kommend das Leutaschtal zudeckten und sich über den Buckel des Franzosensteigs wie ein riesiges, behäbiges Tier wälzten…“so beginnt die Sage vom Klammgeist. Höllenwasser, Geistergumpen, Hexenkessel und Teufelswasser. Das Märchen bringt die Kinder in eine Erlebniswelt aus Strudeln, Sturzbächen, Gumpen, Fels und Stein. Schließlich ist das Karwendel  die  Heimat der Kobolde, Feen und Wasserzwerge. Familien können die Klamm auf dem Mittenwalder Wasserfallsteig auf zwei Rundwegen gehen: Dem Koboldpfad (1,9 km) oder dem Klammsteigweg (3 km). Langeweile findet woanders statt denn es gibt verschiedene Stationen zum Mitmachen, wie einen Schalltrichter, Windspiel und vieles mehr. Aber findet es am besten selbst heraus!

Empfohlene Ausrüstung:

– Tagesrucksack

– feste Wanderschuhe

– Brotzeit

– Fotokamera

– Regenschutz

Kitzeliger Barfußwanderweg

Tasten, hören, riechen, spüren und unvergleichliche Ausblicke auf die Bergnatur genießen. Das bietet der Mittenwalder Barfußwanderweg am Kranzberg. Barfuß wandern ist äußerst gesund,
stärkt Muskeln und Gelenke, fördert Herz und Kreislauf, härtet ab, kräftigt das Immunsystem….und macht Spaß! Nach dem Socken ausziehen erleben die Familien auf 1,6 Kilometern 24 ideenreiche, kitzelnde Stationen. „Unten ohne“ geht es über Schotter und Kies,
Rinde, Moos und Tannenzapfen, durch erfrischendes Gebirgswasser sowie über saftige, leicht federnde Bergwiesen. An der Wasserstation spielen die Kinder nach  Lust und Laune . Der
Start ist am 1.223 m hoch gelegenen Berggasthof Sankt Anton, nahe der Bergstation des Kranzberg-Sesselliftes. Für eine Pause von diesem kostenlosen Vergnügen findet man gleich in der Nähe urige Einkehrmöglichkeiten wie Wildensee– und Korbinianhütte, das Gipfelhaus
am Hohen Kranzberg oder die Berggaststätte Sankt Anton.

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