Wandern um den Alpsee: Schloß Neuschwanstein und Postkartenkulisse

Wo ist Bayern am schönsten? Auf alten Bildern! Wie in einem Prospekt der Tourismuswerbung lässt sich um den Alpsee wandern. Vorbei am Schloss Hohenschwangau. Über dem See thront der Traum einer jeden kleinen Prinzessin: Schloß Neuschwanstein. An sonnigen Tagen sieht es aus, wie in einem Cinderella Film. Unterwegs kommt bei den Kinder garantiert keine Langeweile auf!

Als wir am Parkpaltz das Auto abstellen, ärgere ich mich. Und zwar über mich selbst. Überall in Hohenschwangau sind ganze Prozessionen von Touristen aus aller Welt unterwegs. Mit Schirmen, Pappschildern oder Landesfahnen sammeln die Guides ihre Herden hinter sich. Und ich mittendrin mit den Kindern. Das ist ein Fehler gewesen, sage ich zu mir selbst. Vor dem Eintritt von Schloß Hohenschwangau staut sich die Masse auf über 100 Meter. Die Kinder und ich gehen an den Wartenden vorbei. Es ist das Epizentrum der Touristen. Am Alpsee können wir sehen, wie sich vor dieser malerischen Kulisse die Besucher aus der ganzen Welt schnell fotografieren lassen. Sie winken in die Kameras, schneiden Grimassen, küssen sich oder stehen unnatürlich verrenkt da. Wir biegen rechts ab. Nach wenigen hundert Metern kehrt Ruhe ein. Nur links der See und rechts der Wald. Bis hierher kommt die Masse der Besucher nicht. Zum Glück. Wir kommen gut voran, obwohl es heiß ist, denn der Weg verläuft im Wald. Seine Kühle tut gut. Bald erreichen wir das Marienmonument am anderen Ende des Sees. Ludwig II, der Ludwig, ließ den Gedenkstein zu Ehren seiner Mutter setzen. Mountainbiker kommen vorbei, knipsen ein schnelles Foto und radeln weiter. Wir setzen uns auf die Bank und lassen die Kinder im knietiefen Wasser planschen. Anschließend gehen wir zum Strandbad. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Das Ganze wirkt von außen wie eine königlich bayerische Badeanstalt: Dunkel, hölzern und wenig elegant. Hier bekommen die Kinder ein Eis und wir kühlen uns im Alpsse ab. Alleine die Kulisse um uns ist den Eintritt wert gewesen. Berge, blau weißer Himmel und Schloß Neuschwanstein, wenn auch eingerüstet.

Busse im Minutentakt

Nach dem Baden sind wir wieder unterwegs uns steigen zum Winterziehweg auf. Auf halber höhe bewegen wir uns im Wald  oberhalb der Straße. Linienbusse fahren im Minutentakt zum Schloß Neuschwanstein. Mir schwant wenig Gutes! An der Marienbrücke angekommen haben wir wenig Freude an dem Ausblick. Hinter uns dieses wunderbare Schloß, vor uns ein Wasserfall. Dazwischen wir. Wie bei einem Rugbyspiel drücken sich hier die Menschenmassen aneinander. Die einen wollen fotografieren, die anderen nach vorne, ein paar bleiben stehen und mittendrin telefoniert ein Italiener. Wir steigen über die Pöllatsch-Schlucht ab. Wildwasser pur und wenig Wanderer. Zurück beim Auto stellt sich die Frage: Schön ist es gewesen, aber ein bißchen weniger Touris hätten es auch getan.

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