Kindertragen bringen die Kleinen sicher ans Ziel

Sackgasse! Für Familien mit am Berg Kinderwagen unterwegs sind, ist auf etlichen Wegen schnell Schluss mit dem Wandervergnügen. Es gibt kein Durchkommen. Hier helfen nur Kindertragen weiter. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede im Preis, Qualität und Tragekomfort. Von 100 bis 250 Euro können Eltern in eine Kindertrage investieren oder eine preiswerte Alternative wählen.

Viele Hersteller entdecken endlich die Familien als Kunden und rüsten sie komplett aus. Auch Kindertragen gehören jetzt zum festen Sortiment der Outdoor-Marken. Modelle vom Discounter, Kaffeeröster oder Spielwarenhändler stellen selten eine vernünftige Alternative dar. Zu schwer und wenig kippsicher sind die Billigmodelle. Bei Outdoor-Marken fließt langjähriges Know-How aus dem Rucksackbau in die Kindertragen mit ein. Vor allem bei den Tragesystemen macht sich das positiv bemerkbar. Neben einer Standfestigkeit und einer hohen Sicherheit für das Kind, zeichnen durchdachte Details diese Modelle aus.

Deuter lässt die Kinder mit der Kid Komfort III auf Tour gehen. Immer wieder verbessert der Ruck- und Schlafsackexperte aus Schwaben sein Erfolgsmodell. Schließlich ist bei dieser Kindertrage ist der Name Programm: Für Träger und Passagiert bietet sie bei ausgedehnten Touren eine hohes Maß an Komfort. So ist die Kopflehne weich gefüttert. Abnehmen und waschen lässt sich das Kinnpolster. Ein besonderes Detaill ist der Spiegel um das Kind immer im Blick zu haben. Am Rahmen kann sich der kleine Passagier nicht stoßen, denn auf Kniehöhe sind Polster angebracht. Mit dem Vari Quick System lassen sich die Schultertragegurte individuell in der Höhe einstellen. Für die notwendige Beweglichkeit sorgen aufgehängte Hüftflossen, Vari Flex genannt, beim Wandern. Mit Lageverstellriemen an Hüft- und Schultergurten ist eine genaue Lastenkontrolle möglich. Für das Kind gibt es bei dem Deuter-Modell einen sicheren seitlichen Zustieg. Weitere Punkte kann der Kid Komfort III mit dem gepolsterten 5-Punkt-Sicherheitsgurt, weichen Seitenflügel, ein atmungsaktives und höhenvariables Sitzpolster sammeln. Außerdem ist ein Schmusebär mit an Bord. Im Staufach mit 16 L lassen sich Windeln, Feuchttücher und Proviant verstauen. Das Modell ist TÜV- und GS-geprüft. Zuladung beträgt maximal 22 kg.

Foto: (c) Deuter

 

Lediglich 2,7 kg bringt das überarbeitete Erfolgsmodell Koala II von Salewa auf die Waage. Individuell und unkompliziert lässt sich Koala 2 mit dem Multifit Rückensystem an unterschiedliche Körpergrößen einstellen. Mit wenigen Handgriffen ist das Sonnen- oder Regendach verstaut. Unterschiedliche lässt sich die Sitzposition des Kindes einstellen. So lassen sich Quengelattacken verhindern. Schließlich sitzt jedes Kind anders. Ein weiteres Plus ist, dass so die Kindertrage mitwachsen kann. Ein stabiler Standbügel gibt beim Abstellen sicheren Halt. Rundum ist das Kind im Koala 2 gesichert. Alle Kleinen die bis 20 kg wiegen können in der Kindertrage von Salewa Platz nehmen und Mamas/Papas verschwitzten Nacken ansehen. Dafür kann der Sherpa sein Mobiltelefon und den Autoschlüssel in den leicht zugänglichen Taschen am Hüftgurt verstauen. Ein Volumen von 20 l hat der Packsack am unteren der Kindertrage. Drei Jahre Garantie gibt Salewa Garantie auf das Modell. Serienmäßig dabei ist eine lustige Kindertrinkflasche als Zugabe dabei.

Foto: (c) Salewa

Ebenfalls ein Bestseller unter den Kindertragen ist die Jolly Comfort II von Vaude. In zwei Rückenlängen ist das Erfolgsmodell aus Schwaben erhältlich. Kinder mit meiner maximalen Körperlänge von 1,05 m und einem Gewicht bis zu 20 kg lassen sich darin bergauf und bergab transportieren. Vor allem in unwegsamen Gelände bewährt sich die bequem gepolsterte Tergoform-Konstruktion und liegt sicher am Rücken an. Leicht verstauen lassen sich Trinkflaschen und Kleinutensilien in den Netzseitentaschen. Gut aufräumen lassen sich im Bodenfach Gepäckstücke wie Wickeldecke, Jacke, Sonnen- oder Regendach, Spielzeug oder die Brotzeit. Blickkontakt zum Kind ermöglicht der integrierte „Rückspiegel“ während der Tour. Für TÜV-geprüfte Sicherheit sorgen die optimale Sitzhalterung mit eingriffsicherem Standfußgelenk. Hier kann sich kein Kind die Finger oder Zehen einklemmen. Von außen lassen sich die Anschnallgurte bedienen. Als Kopfschutz für das Kind dient ein Griff an der Rückseite. DieseVauDe- Kindertrage ist in zwei Rückenlängen erhältlich. Jolly Comfort II eignet sich für Eltern ab einer Körpergröße von ca. 1,80 m – 2,10 m.

VauDe bringt die Kleinen mit der Jolly Comfort II sicher in die Berge.
Foto: VauDE

Auf das Maximum reduziert ist die Kindertrage Poco von Osprey. Eine altmodische Kindertrage nimmt im Kofferraum viel Platz weg und passt eher weniger zum Lifestyle designbewusster Familien. Weniger ist mehr! So lässt sich das Motto der Kindertrage Poco auf den Punkt bringen. Dabei spielt die Funktion eine übergeordnete Rolle: Osprey überzeugt hier mit Ideen, wie Steigbügeln, welche die empfindlichen Leisten der Kleinen entlasten. Baumelnde Beine oder sind passé. Poco Atmungsaktive Rückenplatten verhindern, dass Eltern an den Rand der Erschöpfung kommen. Mit dem Sonnenschutz, erhalten sogar die Beine der Kinder Schatten. Schnell und individuell lässt sich die verstellbare Rückenlänge justieren – so können beide Elternteile trotz Größenunterschied komfortabel das Kind durch die Berge tragen. Wer alleine mit dem Nachwuchs unterwegs ist, kann durch einen garantiert fest sitzenden Bügel das Kind ohne fremde Hilfe sicher in die oder aus der Trage heben. In einem separaten Rückenfach ist zusätzlich Stauraum für das Osprey-Trinksystem.

Osprey lässt Familien mit der Poco Trage losstiefeln und hat noch andere Modelle im Sortiment.
Foto.: Osprey


Aus Neuseeland kommt die Kindertrage Vamoose III von Macpac. Klar, das Modell erfüllt alle wichtigen Sicherheitsnormen und ist mit nur 2,3 Kilo Leergewicht für die meisten Eltern ertragbar. Mit wenigen Handgriffen lässt sich vom Vamoose III ein 10 L Tagesrucksack abnehmen. Punkten können die Kiwis auch mit dem besonders strapazierfähigem Außenmaterial. In zwei Rückenlängen bietet Macpac die Kindertrage an. Geld sparen können sich Eltern, denn hier ist der Sombrero Wind- und Sonnenschutz inklusiv. Ein anatomisch geformtes Tragesystem verhindert, Druckstellen und Schweißausbrüche. Verlockend ist das 25 l große Bodenfach. Hier besteht die Gefahr, zu viel einzupacken. Dabei brauchen doch die Kleinen schon eine ganze Menge an Ausrüstung…..


Erst leihen, dann kaufen!

Wer nur gelegentlich beim Wandern mit der Kindertrage unterwegs ist, überlegt sich eine derartige Investition. Eine Alternative bieten viele Sport- und Outdoorhändler an. Sie verleihen für wenig Geld Kindertragen. Intersport Ehnert bietet einen deutschlandweiten Leihservice an. Hier kostet die Kindertrage für einen Tag 8 Euro und für 14 Tage nur 60 Euro. Zum Teil kostenlos sind Kindertragen in Urlaubsorten erhältlich. So verleiht die Wiedersberghornbahn im österreichischen Alpbachtal gegen Pfand an der Bergstation kostenlos Kindertragen  auch im Montafon ist dieser Gratis-Service angekommen. Am Berghof Golm stehen für Familien Kindertragen bereit. Auch etliche Hotels oder Familienbauernhöfe leihen an Ihre Gäste Kindertragen aus. Ein großer Vorteil: Im Kofferraum ist mehr Platz! Vor der Reise ist es daher sinnvoll, nachzufragen, ob vor Ort Kindertragen erhältlich sind.

 

Kindertrage richtig aufsetzen:

Bandscheibenschaden gibt es garantiert, wer in einem Schwung vom Boden die Kindertrage aufnimmt und sich auf den Rück setzt. Abgesehen davon wird dem Kind bei dieser Technik schlecht. Zuerst nachsehen, ob das Kind festgegurtet ist. Am Tragegriffe die Kindertrage nehmen und auf dem angewinkelten Knie absetzen, dann erst auf den Rücken laden. Das Gewicht sollte hauptsächlich auf dem Beckengurt ruhen. Nur „echte“ Helden schleppen eine Kindertrage mit offenem Beckengurt durch die Berge.

Daran denken!

  • Beim Eintreten in die Berghütte, die Kindertrage abnehmen, ansonsten meldet sich das Kind mit einem lauten Schmerzensschrei zu Wort!
  • Immer wieder Pausen einlegen und dem Kind trinken anbieten.
  • Trekkingstöcke geben zusätzliche Sicherheit. Bewegt sich das Kind in der Trage, kann sein Sherpa ins Schwanken. Was böse Folgen haben kann!

 

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